Nachdem Mitul Desai jahrelang persönlich die Schwierigkeiten bei der Betreuung seines Bruders mit Schizophrenie bewältigt hatte, gründete er ein Unternehmen, das andere Betreuer in ähnlichen Situationen unterstützen soll. Desais Erfahrungen begannen 1996, als sein Bruder im ersten Studienjahr Symptome einer psychischen Erkrankung zeigte, darunter Wut, Rückzug und Halluzinationen. Die Familie verbrachte vier Jahre mit einer Reihe von Fehldiagnosen, die von Alkoholismus bis hin zu bipolarer Störung reichten, bevor schließlich die korrekte Diagnose Schizophrenie gestellt wurde.
Desai beschrieb diese Zeit als chaotisch und beängstigend, geprägt von Notfällen, Auseinandersetzungen und Krankenhausbesuchen. Während er eine Karriere als Anwalt für geistiges Eigentum, Wall Street-Analyst und Senior Advisor im Außenministerium aufbaute, unterstützte Desai seine Familie, indem er sich in den komplexen Strukturen des Gesundheitssystems zurechtfand. Er hielt den Zustand seines Bruders weitgehend geheim.
Laut der National Alliance on Mental Illness (NAMI) ist Schizophrenie eine chronische Hirnerkrankung, von der weniger als ein Prozent der US-Bevölkerung betroffen ist. Die Erkrankung kann eine Reihe von Symptomen verursachen, darunter Wahnvorstellungen, Halluzinationen, desorganisiertes Denken und Schwierigkeiten mit der Motivation. Betreuer sind oft mit erheblichen emotionalen, finanziellen und logistischen Belastungen konfrontiert.
Desais Unternehmen nutzt KI, um den Zugang zu Ressourcen und Unterstützung für Betreuer zu optimieren. Eine wichtige Anwendung liegt in der Verarbeitung natürlicher Sprache (NLP), einem Zweig der KI, der es Computern ermöglicht, menschliche Sprache zu verstehen und zu verarbeiten. Diese Technologie wird verwendet, um die Bedürfnisse von Betreuern zu analysieren, die durch Text oder Sprache ausgedrückt werden, und sie mit relevanten Diensten wie Psychiatern, Selbsthilfegruppen und finanziellen Hilfsprogrammen zu verbinden. Algorithmen für maschinelles Lernen werden auch eingesetzt, um potenzielle Krisen auf der Grundlage von Mustern in den Daten der Betreuer vorherzusagen und so proaktive Interventionen zu ermöglichen.
Der Einsatz von KI in der psychischen Gesundheitsversorgung ist ein wachsendes Feld. Forscher an Institutionen wie dem MIT und Stanford entwickeln KI-gestützte Werkzeuge zur Früherkennung psychischer Erkrankungen und zur Erstellung personalisierter Behandlungspläne. Ethische Erwägungen in Bezug auf Datenschutz und algorithmische Verzerrungen sind jedoch von größter Bedeutung. Experten betonen die Notwendigkeit von Transparenz und Verantwortlichkeit bei der Entwicklung und dem Einsatz dieser Technologien.
Desai hofft, dass sein Unternehmen nicht nur praktische Hilfe leisten, sondern auch das Stigma im Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen abbauen wird. Er glaubt, dass er durch das Teilen der Geschichte seiner Familie und die Schaffung einer unterstützenden Gemeinschaft andere Betreuer dazu befähigen kann, Hilfe zu suchen und sich für ihre Angehörigen einzusetzen. Das Unternehmen pilotiert derzeit seine Plattform mit mehreren Organisationen zur Unterstützung von Betreuern und plant, seine Dienstleistungen im kommenden Jahr landesweit auszuweiten.
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