Die Spannungen zwischen Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten bezüglich der Zukunft Jemens haben sich zugespitzt, wobei der Schwerpunkt auf der potenziellen Ausrufung eines unabhängigen südjemenitischen Staates liegt. Der Streit, der die Region weiter zu destabilisieren droht, hat Saudi-Arabien veranlasst, Bedenken zu äußern, dass die Aktionen der VAE seine Sicherheit gefährden.
Die Meinungsverschiedenheit wirft das Schreckgespenst eines neuen Bürgerkriegs im Südjemen auf, der möglicherweise andere regionale Konflikte mit sich zieht, insbesondere im Sudan und am Horn von Afrika, wo Saudi-Arabien und die VAE oft gegnerische Fraktionen unterstützt haben. Die unterschiedlichen Interessen der beiden Länder in Jemen, einem strategisch am Bab al-Mandab gelegenen Staat, einer wichtigen Schifffahrtsstraße für globale Ölversorgung, unterstreichen die Komplexität des Konflikts.
Die VAE sind ein wichtiger Unterstützer des Southern Transitional Council (STC), einer separatistischen Bewegung, die die Unabhängigkeit des Südjemen anstrebt. Der STC kontrolliert Aden, die Übergangshauptstadt des Landes, und ist wiederholt mit der international anerkannten jemenitischen Regierung zusammengeprallt, die von Saudi-Arabien unterstützt wird. Diese Zusammenstöße spiegeln eine lange Geschichte von Regionalismus und Ressentiments in Jemen wider, wo der Süden bis zur Vereinigung im Jahr 1990 ein unabhängiger Staat war.
Saudi-Arabien, das seit 2015 eine Militärkoalition in Jemen anführt, betrachtet die potenzielle Abspaltung des Südjemen als eine Bedrohung für seine eigene Stabilität und territoriale Integrität. Das Königreich befürchtet, dass ein unabhängiger südlicher Staat separatistische Bewegungen innerhalb seiner eigenen Grenzen ermutigen und die Region weiter fragmentieren könnte. Die von Saudi-Arabien geführte Intervention in Jemen zielte ursprünglich darauf ab, die Regierung von Präsident Abdrabbuh Mansur Hadi wiederherzustellen, nachdem sie von den Houthi-Rebellen, die mit dem Iran verbündet sind, gestürzt worden war.
Der Konflikt in Jemen hat verheerende Folgen für die Zivilbevölkerung des Landes und eine der schlimmsten humanitären Krisen der Welt verursacht. Internationale Organisationen haben weitverbreitete Menschenrechtsverletzungen durch alle Konfliktparteien dokumentiert, darunter wahllose Angriffe auf Zivilisten, willkürliche Inhaftierungen und Einschränkungen des humanitären Zugangs. Die Vereinten Nationen haben wiederholt einen Waffenstillstand und eine Verhandlungslösung des Konflikts gefordert, aber diese Bemühungen haben bisher keinen dauerhaften Frieden gebracht.
Die gegenwärtigen Spannungen zwischen Saudi-Arabien und den VAE könnten die Bemühungen um eine Lösung des Konflikts in Jemen weiter verkomplizieren. Analysten vermuten, dass eine tiefere Kluft zwischen den beiden Ländern die Houthis ermutigen und den Krieg verlängern könnte, mit potenziell katastrophalen Folgen für die Region. Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Situation aufmerksam und fordert sowohl Saudi-Arabien als auch die VAE auf, die Spannungen abzubauen und auf eine friedliche Lösung des Konflikts hinzuarbeiten.
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