Wissenschaftler haben ein bemerkenswert großes hydrothermales Quellfeld in der Nähe der griechischen Insel Milos entdeckt, das eine dynamische Unterwasserlandschaft voller geologischer Aktivität offenbart. Die Entdeckung, die in einer Studie in Scientific Reports detailliert beschrieben wird, erfolgte während der METEOR-Expedition M192 unter der Leitung von Forschern des MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften, Universität Bremen.
Das Quellsystem, das sich entlang aktiver Verwerfungslinien unter dem Meeresboden befindet, weist geologische Brüche auf, die als Kanäle für heiße, gasreiche Fluide dienen, die aus dem Erdinneren austreten. Die Forscher waren überrascht, während der Tiefseetauchgänge siedende Fluide und lebendige mikrobielle Matten zu beobachten, was auf ein blühendes Ökosystem hindeutet, das durch Chemosynthese angetrieben wird. Laut MARUM gilt Milos nun als einer der bedeutendsten Standorte im Mittelmeer für die Erforschung des dynamischen Erdinneren.
Hydrothermale Quellen sind im Wesentlichen Unterwasser-Thermalquellen, die entstehen, wenn Meerwasser in die Erdkruste eindringt, von Magma oder heißem Gestein erhitzt und dann zurück in den Ozean ausgestoßen wird. Diese Quellen finden sich oft in der Nähe von vulkanisch aktiven Gebieten, wie z. B. mittelozeanischen Rücken oder, wie in diesem Fall, entlang von Verwerfungslinien. Die aus diesen Quellen freigesetzten Fluide sind reich an Mineralien und Chemikalien und liefern Energie für einzigartige Ökosysteme, die in Abwesenheit von Sonnenlicht gedeihen. Bei der untersuchten "White Sealhound Struktur" wurde festgestellt, dass die Fluide 180 Grad Celsius erreichen.
Die Entdeckung hat erhebliche Auswirkungen auf das Verständnis des Zusammenspiels zwischen geologischer Aktivität, Meereschemie und der Entwicklung des Lebens. Die in der Nähe der Quellen beobachteten mikrobiellen Matten sind von besonderem Interesse, da sie eine Lebensform darstellen, die Energie aus chemischen Verbindungen und nicht aus der Photosynthese bezieht. Die Untersuchung dieser Organismen kann Einblicke in den Ursprung des Lebens auf der Erde und das Potenzial für Leben auf anderen Planeten geben.
"Diese Entdeckung unterstreicht die Bedeutung der fortgesetzten Erforschung unserer Ozeane", sagte ein leitender Forscher der Universität Bremen. "Diese hydrothermalen Systeme sind nicht nur faszinierende geologische Merkmale, sondern auch lebenswichtige Ökosysteme, die uns viel über die Erde und das Potenzial für Leben in extremen Umgebungen lehren können."
Die laufenden Forschungsarbeiten am Milos-Quellfeld werden weitere Probenahmen und Analysen der Fluide, Gesteine und mikrobiellen Gemeinschaften umfassen. Die Wissenschaftler planen, fortschrittliche Technologien, einschließlich KI-gestützter Bildanalyse, einzusetzen, um die Ausdehnung des Quellfelds zu kartieren und neue Mikroorganismenarten zu identifizieren. Die gesammelten Daten werden verwendet, um genauere Modelle von hydrothermalen Quellprozessen und deren Auswirkungen auf den globalen Ozean zu entwickeln.
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