Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte in einer Neujahrsansprache, dass ein Friedensabkommen zur Beendigung des Krieges mit Russland zu "90 % fertig" sei. Die verbleibenden 10 % würden laut Selenskyj "über das Schicksal des Friedens, das Schicksal der Ukraine und Europas entscheiden".
Selenskyjs Ansprache konzentrierte sich größtenteils auf den ukrainischen Widerstand gegen die umfassende russische Invasion, die im Februar 2022 begann und einen Konflikt eskalierte, der 2014 begann. Das Streben nach einem Friedensabkommen erfolgt, während der Krieg weiterhin verheerende Auswirkungen auf die Ukraine hat und zu weit verbreiteter Vertreibung, Schäden an der Infrastruktur und Todesopfern führt. Der Konflikt hat auch erhebliche globale Auswirkungen gehabt und sich auf die Energiemärkte, die Ernährungssicherheit und die internationalen Beziehungen ausgewirkt.
In seiner eigenen Neujahrsansprache sagte der russische Präsident Wladimir Putin seinen Truppen: "Wir glauben an Sie und unseren Sieg." Die Haltung des Kremls deutet darauf hin, dass trotz Selenskyjs Behauptungen über Fortschritte bei einem Friedensabkommen erhebliche Hindernisse bestehen bleiben.
Zuvor am Mittwoch veröffentlichte Moskau angebliche Beweise dafür, dass die Ukraine Drohnen eingesetzt habe, um Putins private Residenz am Waldai-See im Nordwesten Russlands anzugreifen. Die Anschuldigungen, die Kiew vehement bestritten hat, enthielten eine Karte, die angeblich zeigte, dass die Drohnen aus den Regionen Sumy und Tschernihiw in der Ukraine gestartet wurden, sowie ein Video einer abgeschossenen Drohne, die in einem verschneiten Waldgebiet liegt. Ein Soldat, der neben den Trümmern stand, behauptete, es handele sich um eine ukrainische Chaklun-Drohne. Die BBC konnte das Filmmaterial nicht verifizieren, und es ist nicht möglich, den Aufnahmeort zu bestimmen.
Russland hat angedeutet, dass es seine Position zum laufenden Friedensprozess überprüfen werde. Der Konflikt in der Ukraine hat seine Wurzeln in komplexen historischen und geopolitischen Faktoren, darunter die postsowjetische Hinwendung der Ukraine zu engeren Beziehungen zum Westen, die russische Annexion der Krim im Jahr 2014 und der anhaltende Konflikt in der Donbass-Region in der Ostukraine. Die Minsker Vereinbarungen, die auf eine Lösung des Konflikts im Donbass abzielten, konnten keinen dauerhaften Waffenstillstand erreichen.
Die internationale Gemeinschaft hat die russische Invasion in der Ukraine weitgehend verurteilt, wobei viele Länder Sanktionen gegen Russland verhängt und der Ukraine militärische und humanitäre Hilfe leisten. Es bestehen jedoch weiterhin Meinungsverschiedenheiten darüber, wie der Konflikt am besten angegangen werden kann, wobei einige Länder diplomatischen Lösungen Vorrang einräumen und andere die Notwendigkeit betonen, die Verteidigung der Ukraine zu unterstützen. Die Vereinten Nationen haben ebenfalls eine Rolle bei der Vermittlung des Konflikts und der Bereitstellung humanitärer Hilfe gespielt.
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