Die Aktivistin und Historikerin Lucy Campbell führte am 2. Januar 2026 eine Tour durch die historischen Stätten Kapstadts, die sie als "architektonischen Tatort" bezeichnete, der die koloniale Vergangenheit der Stadt widerspiegelt. Die Tour, an der 10 amerikanische Studenten teilnahmen, konzentrierte sich auf Orte wie das Castle of Good Hope und die ehemalige Sklavenloge, mit dem Ziel, eine kritische Perspektive auf Kapstadts Geschichte der Sklaverei und des Kolonialismus zu vermitteln.
Campbell, 65, bekannt für ihre langen grauen Dreadlocks und ihre leidenschaftliche Vortragsweise, nutzte die Tour, um das hervorzuheben, was sie als die anhaltenden Folgen kolonialer Handlungen ansieht. In der ehemaligen Sklavenloge sprach Campbell, mit einer Karte, die die Herkunft der nach Südafrika verschleppten Sklaven veranschaulichte, hinter sich, ihre "Verachtung für Kapstadts koloniale Vergangenheit" aus und verurteilte oft in deutlichen Worten diejenigen, die sie für verantwortlich hält.
Das Castle of Good Hope mit seinen dicken Steinmauern diente als Ausgangspunkt für Campbells Erzählung. Sie wollte eine alternative Version der Stadtgeschichte anbieten, eine, die das Leid und die Ungerechtigkeiten anerkennt, die den versklavten Menschen zugefügt wurden, sowie die bleibenden Auswirkungen dieser Ereignisse auf Kapstadts soziale und physische Landschaft.
Die Tour ist Teil einer breiteren Bewegung in Südafrika, historische Narrative neu zu bewerten und die Hinterlassenschaften von Kolonialismus und Apartheid anzugehen. Aktivisten und Historiker fordern zunehmend eine umfassendere und genauere Darstellung der Vergangenheit und stellen traditionelle Darstellungen in Frage, die die Erfahrungen marginalisierter Gemeinschaften oft übersehen oder herunterspielen.
Campbells Arbeit steht im Einklang mit den Bemühungen, historische Stätten zurückzugewinnen und neu zu interpretieren und sie in Räume für Bildung, Erinnerung und Dialog zu verwandeln. Indem sie Führungen leitet und ihre Forschungsergebnisse teilt, versucht sie, das Bewusstsein für die Komplexität der Vergangenheit Kapstadts zu schärfen und eine gerechtere und gleichberechtigtere Zukunft zu fördern.
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