Laut Reuters wurden am Donnerstag Flüge vom internationalen Flughafen Aden im Jemen aufgrund anhaltender Spannungen zwischen der separatistischen Gruppe Südlicher Übergangsrat (STC) und der von Saudi-Arabien unterstützten, international anerkannten Regierung ausgesetzt. Die Nachrichtenagentur berichtete über die Aussetzung aller Flüge, aber Einzelheiten über das Ausmaß der Störung und die mögliche Wiederaufnahme des Betriebs waren nicht sofort verfügbar.
Die Einstellung der Flüge unterstreicht die fragile Sicherheitslage in Aden, einer wichtigen Hafenstadt und der provisorischen Hauptstadt der international anerkannten Regierung. Der STC ist zwar nominell Teil der von Saudi-Arabien geführten Koalition, die gegen die Houthi-Rebellen kämpft, verfolgt aber seine eigene Agenda und strebt die Unabhängigkeit des Südjemen an. Dieses Bestreben hat zu häufigen Zusammenstößen mit den Truppen geführt, die der Zentralregierung treu ergeben sind.
Der Konflikt im Jemen dauert seit 2015 an, als die mit dem Iran verbündeten Houthi-Rebellen die Kontrolle über die Hauptstadt Sanaa übernahmen, was die von Saudi-Arabien geführte Intervention auslöste. Der Krieg hat zu einer schweren humanitären Krise geführt, in der Millionen von Menschen vertrieben wurden und vom Hungertod bedroht sind. Die Präsenz des STC fügt dem Konflikt eine weitere Komplexität hinzu, da er bedeutendes Territorium im Süden kontrolliert und wiederholt mit Regierungstruppen um die Kontrolle über wichtige Infrastruktur und Ressourcen zusammenstößt. Im Dezember dehnte der STC seine Militäroperationen in Hadramaut aus, was die Spannungen weiter verschärfte.
Die von Saudi-Arabien geführte Koalition ist wegen ihrer Luftangriffe im Jemen kritisiert worden, die zahlreiche zivile Opfer gefordert haben. Die Vereinten Nationen haben wiederholt einen Waffenstillstand und eine Verhandlungslösung des Konflikts gefordert. Die Aussetzung der Flüge vom Flughafen Aden wird die humanitären Bemühungen wahrscheinlich weiter erschweren und die Bewegung von Menschen und Gütern in die und aus der Stadt einschränken.
Am Donnerstag war die Dauer der Flugaussetzung weiterhin ungewiss. Reuters berichtete, dass Flughafenbeamte keinen Zeitplan für die Wiederaufnahme des Betriebs nennen konnten. Die Situation wird von internationalen Organisationen und diplomatischen Vertretungen in der Region genau beobachtet.
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