Personen, die im Vereinigten Königreich Kryptowährungen kaufen und verkaufen, sind nun verpflichtet, ihre Kontodaten an die Steuerbehörden weiterzugeben, andernfalls drohen Strafen. Diese Änderungen sind am 1. Januar in Kraft getreten. Mit diesem Schritt will HM Revenue & Customs (HMRC), die britische Steuerbehörde, sicherstellen, dass Einzelpersonen alle relevanten Steuern auf Krypto-Transaktionen zahlen, einschließlich der Kapitalertragssteuer.
HMRC wird automatisch Informationen über alle Nutzer von Kryptowährungsbörsen sammeln, die innerhalb des Vereinigten Königreichs tätig sind. Diese Initiative soll laut Behördenangaben Steuern in Höhe von zig Millionen eintreiben, die bisher nicht gezahlt wurden. Kryptowährungsbörsen werden für die Steuerberichterstattung wie Finanzinstitute behandelt.
Die Änderung erfolgt, während die Financial Conduct Authority (FCA), die britische Finanzaufsichtsbehörde, ihre Konsultation über strengere Vorschriften für die Kryptowährungsbranche fortsetzt. Diese Vorschriften umfassen Maßnahmen, die Insiderhandel und andere illegale Aktivitäten innerhalb des Krypto-Marktes verhindern sollen.
Dawn Register, eine Partnerin für Steuerstreitbeilegung bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO, erklärte, dass die Behörden in der Vergangenheit Schwierigkeiten hatten, Steuern auf Kryptowährungsgewinne einzuziehen. "HMRC war...", bemerkte sie und betonte die Herausforderungen bei der Verfolgung und Besteuerung von Krypto-Assets.
Der Wert von Bitcoin, der oft als Indikator für den breiteren Kryptowährungsmarkt angesehen wird, erlebte im Jahr 2025 eine erhebliche Volatilität. Das Jahr begann mit etwa 69.500 £ pro Coin, stieg auf fast 124.500 £ und fiel bis zum Jahresende unter 90.000 £. Anleger, die Bitcoin zu niedrigeren Preisen gekauft und zu höheren Preisen verkauft haben, sind kapitalertragssteuerpflichtig, die HMRC nun aktiv einzutreiben versucht.
Die automatische Erfassung von Nutzerdaten durch HMRC wirft Fragen zum Datenschutz und zur Datensicherheit auf. Experten weisen darauf hin, dass robuste Sicherheitsmaßnahmen entscheidend sein werden, um sensible Finanzinformationen vor potenziellen Verstößen zu schützen. Die langfristigen Auswirkungen dieser verstärkten Kontrolle auf den Kryptowährungsmarkt bleiben abzuwarten, signalisieren aber eine wachsende Anstrengung von Regierungen weltweit, digitale Vermögenswerte zu regulieren und zu besteuern.
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