Wissenschaftler, die die Alzheimer-Krankheit bei Afroamerikanern untersuchen, haben ein Schlüsselgen, ADAMTS2, identifiziert, das laut einer aktuellen Studie der Boston University School of Medicine einen gemeinsamen biologischen Pfad über verschiedene ethnische Gruppen hinweg bieten könnte. In einer Analyse von Hirngewebe von über 200 Spendern zeigte das ADAMTS2-Gen eine signifikant höhere Aktivität bei Personen mit Alzheimer im Vergleich zu Personen ohne die Krankheit.
Die Erkenntnis wurde durch ihre Bedeutung in einer unabhängigen Studie mit weißen Personen weiter untermauert, was auf einen gemeinsamen zugrunde liegenden Mechanismus bei der Entwicklung von Alzheimer hindeutet. Diese Entdeckung eröffnet potenzielle Wege für neue Behandlungsstrategien, die auf diesen gemeinsamen biologischen Pfad abzielen.
Die Alzheimer-Krankheit betrifft Afroamerikaner überproportional häufig, und zwar etwa doppelt so häufig wie bei weißen Personen oder Personen europäischer Abstammung in den Vereinigten Staaten. Forscher versuchen seit langem, die genetischen und umweltbedingten Faktoren zu verstehen, die zu dieser Ungleichheit beitragen. Die Identifizierung von ADAMTS2 als Schlüsselgen sowohl in afroamerikanischen als auch in weißen Bevölkerungsgruppen stellt einen bedeutenden Fortschritt in diesem Verständnis dar.
Die am 1. Januar 2026 veröffentlichte Studie unterstreicht die Bedeutung inklusiver Forschung bei der Bekämpfung von gesundheitlichen Ungleichheiten. Durch die Untersuchung verschiedener Bevölkerungsgruppen können Wissenschaftler genetische Faktoren aufdecken, die in Studien, die sich ausschließlich auf eine Gruppe konzentrieren, möglicherweise übersehen werden. Dieser Ansatz ist besonders relevant im Kontext der KI-gestützten Wirkstoffforschung, wo Algorithmen, die mit verzerrten Datensätzen trainiert werden, bestehende Ungleichheiten verstärken können.
KI spielt eine zunehmend wichtige Rolle in der Alzheimer-Forschung, von der Identifizierung potenzieller Angriffspunkte für Medikamente bis hin zur Vorhersage des Krankheitsverlaufs. Algorithmen des maschinellen Lernens können riesige Mengen an genetischen und klinischen Daten analysieren, um Muster und Beziehungen zu identifizieren, die für Menschen unmöglich zu erkennen wären. Die Wirksamkeit dieser Algorithmen hängt jedoch von der Qualität und Vielfalt der Daten ab, mit denen sie trainiert werden.
"Die Entdeckung von ADAMTS2 als potenzielles therapeutisches Ziel ist aufregend, aber es ist entscheidend sicherzustellen, dass alle zukünftigen Behandlungen wirksam und für alle Bevölkerungsgruppen zugänglich sind", sagte ein leitender Forscher der Boston University School of Medicine. "Dies erfordert fortlaufende Forschung und Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Gemeinschaften."
Die nächsten Schritte umfassen weitere Untersuchungen der Funktion von ADAMTS2 im Gehirn und seiner Rolle in der Alzheimer-Pathologie. Forscher untersuchen auch potenzielle therapeutische Interventionen, die auf dieses Gen abzielen könnten. Die Hoffnung ist, dass diese Entdeckung zu neuen und wirksameren Behandlungen der Alzheimer-Krankheit führen wird, von denen Menschen aller ethnischen und rassischen Hintergründe profitieren.
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