Die Neuzulassungen von Neuwagen im Vereinigten Königreich überstiegen im Jahr 2025 zwei Millionen und erreichten damit zum ersten Mal seit Beginn der globalen Pandemie diesen Schwellenwert. Die Society of Motor Manufacturers and Traders (SMMT) warnte jedoch, dass die derzeitigen Rabatte für Elektrofahrzeuge (EV) nicht nachhaltig seien. Die SMMT berichtete, dass fast 500.000 der verkauften Neuwagen Elektroautos waren.
Die Gesamtzahl der neu zugelassenen Pkw erreichte 2.020.373. Dies ist zwar das dritte Wachstumsjahr in Folge und der höchste Wert seit der Unterbrechung der globalen Lieferketten durch die Pandemie, liegt aber immer noch unter den 2,3 Millionen Fahrzeugen, die 2019, vor der Pandemie, verkauft wurden. Auf Elektrofahrzeuge entfielen im vergangenen Jahr 473.340 Neuzulassungen, was einem Marktanteil von 23,4 % entspricht.
Mike Hawes, Chief Executive der SMMT, bezeichnete die Verkaufszahlen als ein "vernünftig solides Ergebnis inmitten schwieriger wirtschaftlicher und geopolitischer Rahmenbedingungen". Er äußerte jedoch auch die Besorgnis, dass die Wachstumsrate der EV-Verkäufe nicht ausreicht, um die Ziele der Regierung zu erreichen, und wies auf eine wachsende Diskrepanz zwischen der Verbrauchernachfrage und den staatlichen Ambitionen für die Einführung von Elektrofahrzeugen hin. Hawes erklärte, dass die Rabatte, die sich auf Tausende pro Fahrzeug belaufen können, langfristig "nicht nachhaltig" seien.
Die Abhängigkeit von Anreizen zur Ankurbelung der EV-Verkäufe wirft Fragen nach der langfristigen Tragfähigkeit des Übergangs zur Elektromobilität auf, insbesondere im Vergleich zu Strategien, die in anderen Ländern angewendet werden. Norwegen beispielsweise, ein weltweit führendes Land bei der Einführung von Elektrofahrzeugen, hat eine Kombination aus Steueranreizen, Mautbefreiungen und der Nutzung von Busspuren eingesetzt, um die Nachfrage anzukurbeln. China, der weltweit größte Automobilmarkt, hat ein komplexes System von Subventionen und Vorschriften eingeführt, um die heimische EV-Produktion und den Konsum zu fördern. Auch die Europäische Union kämpft mit der Herausforderung, die Einführung von Elektrofahrzeugen durch ihr "Fit for 55"-Paket zu beschleunigen, das strengere Emissionsstandards für Fahrzeuge beinhaltet.
Die britische Regierung hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt, den Verkauf neuer Benzin- und Dieselfahrzeuge bis 2030 auslaufen zu lassen, wobei ab 2035 alle neuen Pkw und Transporter am Auspuff vollständig emissionsfrei sein sollen. Um diese Ziele zu erreichen, ist eine deutliche Steigerung der EV-Verkäufe und ein entsprechender Ausbau der Ladeinfrastruktur erforderlich. Die Warnung der SMMT unterstreicht die Notwendigkeit einer umfassenden und nachhaltigen Strategie zur Unterstützung des Übergangs zu Elektrofahrzeugen, die sowohl die Erschwinglichkeit für die Verbraucher als auch die langfristige Gesundheit der Automobilindustrie berücksichtigt. Die Debatte darüber, wie staatliche Unterstützung, Herstellerinvestitionen und Verbrauchernachfrage am besten in Einklang gebracht werden können, um einen erfolgreichen und gerechten Übergang zur Elektromobilität auf globaler Ebene zu erreichen, wird fortgesetzt.
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