Die von Saudi-Arabien geführte Koalition im Jemen hat Angriffe auf das südliche Gouvernement Dali des Landes gestartet und behauptet, Separatistenkräfte ins Visier zu nehmen, nachdem ihr Anführer, Aidarous al-Zubaidi, geflohen war. Laut einer am frühen Mittwoch von der Koalition veröffentlichten Erklärung sollte al-Zubaidi, der Anführer des Südübergangsrates (STC), am Dienstagabend von Aden aus zu Gesprächen in Riad fliegen, um den Konflikt zwischen seiner Gruppe und der international anerkannten Regierung des Jemen zu lösen.
Die Koalition erklärte, dass al-Zubaidi das Flugzeug nicht bestiegen habe und seitdem an einen unbekannten Ort geflohen sei. "Während dieser Zeit erhielten die legitime Regierung und die Koalition Informationen, dass al-Zubaidi eine große Streitmacht mobilisiert hatte, darunter gepanzerte Fahrzeuge, schwere und leichte Waffen sowie Munition", heißt es in der Erklärung. Die Koalition behauptete weiter, dass sich diese Streitmacht im Gouvernement Dhali befinde, was um 4:00 Uhr Ortszeit zu Präventivschlägen führte, um zu verhindern, dass al-Zubaidi den Konflikt eskaliert und auf das Gouvernement Dhali ausweitet.
Der STC, der die Unabhängigkeit des Südjemen anstrebt, ist ein wichtiger Akteur im andauernden jemenitischen Bürgerkrieg. Der Konflikt, der 2014 begann, stellt die vom Iran unterstützten Houthi-Rebellen gegen die international anerkannte Regierung, die von der von Saudi-Arabien geführten Koalition unterstützt wird. Der STC hat zeitweise an der Seite der Koalition gegen die Houthis gekämpft, aber auch zwischen dem STC und der jemenitischen Regierung sind Spannungen aufgeflammt.
Die Angriffe erfolgen inmitten laufender Bemühungen, eine Verhandlungslösung für den jemenitischen Konflikt zu finden. Die Vereinten Nationen haben Gespräche zwischen den Kriegsparteien vermittelt, aber die Fortschritte sind langsam. Das Scheitern der Teilnahme von al-Zubaidi an den geplanten Gesprächen in Riad und die anschließenden Militäraktionen der Koalition geben Anlass zur Sorge über die Aussichten auf eine friedliche Lösung. Die Situation ist weiterhin unübersichtlich, und das Potenzial für eine weitere Eskalation bleibt hoch.
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