Hunderte Touristen, hauptsächlich aus Russland und Polen, saßen auf der jemenitischen Insel Sokotra fest, nachdem die Flüge letzte Woche aufgrund eskalierender Spannungen auf dem Festland eingestellt worden waren. Die Flugausfälle resultierten aus einem Konflikt zwischen der jemenitischen Regierung und einer separatistischen Fraktion, die Anfang Dezember die Kontrolle über zwei wichtige Provinzen übernommen hatte.
Am 30. Dezember verhängte die jemenitische Regierung eine 72-stündige Luft-, See- und Landblockade über das Land, die sich auf Flüge von und nach Sokotra auswirkte, einer Insel, die aufgrund ihrer einzigartigen Artenvielfalt als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt ist. Laut Yahya Saleh Issa bin Afrar, einem jemenitischen Regierungsbeamten in Sokotra, waren etwa 600 Touristen betroffen.
Sokotra liegt im Arabischen Meer, etwa 240 Kilometer östlich des Horns von Afrika und 380 Kilometer südlich des Jemen, und ist bekannt für ihre unverwechselbare Flora und Fauna, von der ein Großteil nirgendwo sonst auf der Erde vorkommt. Die Isolation der Insel hat einen hohen Grad an Endemismus gefördert, was sie zu einem bedeutenden Ort für den Schutz der biologischen Vielfalt macht.
Der jüngste Konflikt im Jemen hat die Situation weiter verkompliziert. Der Jemen befindet sich seit 2014 in einem Bürgerkrieg, in dem die international anerkannte Regierung gegen die Houthi-Rebellen kämpft, die vom Iran unterstützt werden. Der Konflikt hat eine komplexe humanitäre Krise ausgelöst, in der Millionen Menschen vertrieben wurden und von Ernährungsunsicherheit betroffen sind. Die von Saudi-Arabien geführte Koalition, zu der auch die Vereinigten Arabischen Emirate gehören, unterstützt die jemenitische Regierung in ihrem Kampf gegen die Houthis.
Die Vereinigten Arabischen Emirate hatten zuvor eine bedeutende Rolle in Sokotra gespielt und Hilfe geleistet und die Infrastruktur ausgebaut. Touristen waren von Abu Dhabi mit Air Arabia, einer Fluggesellschaft im Besitz der Emirate, nach Sokotra gereist. Die Pressestelle von Air Arabia reagierte nicht auf Anfragen zur Stellungnahme zu den Flugausfällen.
Am Dienstag gaben die russische und die polnische Regierung über soziale Medien bekannt, dass Yemenia Airways, die nationale Fluggesellschaft des Jemen, eine neue Flugroute nach Dschidda, Saudi-Arabien, einrichten werde, um bei der Evakuierung der gestrandeten Touristen zu helfen. Die neue Route bietet eine mögliche Lösung für die Touristen, die die Insel verlassen wollen.
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