Der von Saudi-Arabien unterstützte Präsidialrat im Jemen hat den Anführer einer Separatistengruppe ausgewiesen und ihn wegen Hochverrats angeklagt, nachdem er nicht zu Gesprächen nach Riad geflogen war. Der Rat, der sich aus sechs weiteren Mitgliedern der Präsidentschaft zusammensetzt, beschuldigte Aidarous al-Zubaidi, den Chef des von den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützten Südübergangsrates (STC), laut Berichten, "die Unabhängigkeit der Republik zu untergraben".
Eine von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition erklärte, Zubaidi sei "geflohen", nachdem er sich nicht STC-Vertretern auf einem Flug von Aden angeschlossen und "eine große Truppe" in die Provinz al-Dahle verlegt habe. Als Reaktion darauf hätten Koalitionsflugzeuge Angriffe auf diese Truppen geflogen, fügte die Koalition hinzu. Der STC bezeichnete die Angriffe, bei denen es Berichten zufolge vier Tote gab, als "ungerechtfertigt" und betonte, dass Zubaidi in Aden geblieben sei. Der STC äußerte sich auch besorgt über den Verlust des Kontakts zu seiner Delegation in Riad.
Die jüngsten Aktionen verdeutlichen die komplexe politische Landschaft des Jemen, wo der STC die Unabhängigkeit des Südjemen anstrebt. Al-Zubaidis Ausweisung und die Anklage wegen Hochverrats stellen eine deutliche Eskalation der Spannungen zwischen der Separatistenbewegung und der von Saudi-Arabien unterstützten Regierung dar. Die militärische Intervention der von Saudi-Arabien geführten Koalition verkompliziert die Situation zusätzlich.
Die Vereinigten Arabischen Emirate, die anfänglich ein wichtiger Partner in der von Saudi-Arabien geführten Koalition waren, hatten zuvor ihre Absicht angekündigt, sich aus dem Jemen zurückzuziehen. Diese Entscheidung folgte auf einen saudischen Angriff auf einen von Separatisten gehaltenen Hafen, was auf mögliche Verschiebungen in regionalen Allianzen und Strategien hindeutet.
Saudi-Arabien hat die jemenitischen Fraktionen aufgefordert, an einem "Dialog" in Riad teilzunehmen, um den Konflikt zu deeskalieren und eine politische Lösung zu finden. Die jüngsten Entwicklungen, einschließlich der Ausweisung von al-Zubaidi und der Militärschläge, werfen jedoch Zweifel an den Aussichten auf eine rasche und friedliche Lösung auf. Die aktuelle Lage ist weiterhin angespannt, mit dem Potenzial für eine weitere Eskalation, abhängig von den Handlungen der beteiligten Parteien.
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