Lego hat seine neuen "Smart Bricks" am Mittwoch auf der jährlichen Spielwarenmesse in Nürnberg vorgestellt und damit fortschrittliche Technologie in seine klassischen Bausteine integriert. Die Smart Bricks, die in den letzten drei Jahren entwickelt wurden, enthalten Miniatursensoren, Verarbeitungseinheiten und Bluetooth-Konnektivität, wodurch sie miteinander und mit externen Geräten interagieren können.
Das Unternehmen erklärte, dass die Smart Bricks entwickelt wurden, um das Spielerlebnis zu verbessern, indem sie es Kindern ermöglichen, interaktive Modelle zu erstellen, die auf ihre Umgebung und Benutzereingaben reagieren. Beispielsweise könnte ein mit Smart Bricks gebautes Lego-Auto so programmiert werden, dass es seine Geschwindigkeit basierend auf den Lichtverhältnissen ändert oder automatisch stoppt, bevor es auf ein Hindernis trifft. Die Steine können über eine visuelle Programmierschnittstelle programmiert werden, auf die über ein Tablet oder einen Computer zugegriffen werden kann.
"Wir glauben, dass Technologie das kreative Potenzial von Lego-Steinen erweitern kann", sagte Astrid Sundby, Lead Product Designer bei Lego, in einer Pressemitteilung. "Smart Bricks ermöglichen es Kindern, auf spielerische und intuitive Weise Programmier- und Ingenieurkonzepte zu erkunden."
Die Ankündigung stieß jedoch bei einigen Experten für kindliche Entwicklung auf Besorgnis. Die Bedenken konzentrieren sich auf das Potenzial für Überstimulation und die Verdrängung des traditionellen, fantasievollen Spiels. Dr. Evelyn Carter, Professorin für Kinderpsychologie an der Universität Kopenhagen, äußerte Vorbehalte. "Während die Integration von Technologie unvermeidlich ist, müssen wir uns der Auswirkungen auf die kognitive Entwicklung von Kindern bewusst sein. Unstrukturiertes Spielen ist entscheidend für die Förderung von Kreativität und Problemlösungsfähigkeiten", erklärte sie.
Die Smart Bricks verwenden einen stromsparenden Bluetooth 5.0-Chip für die Kommunikation und verfügen über einen wiederaufladbaren Akku mit einer geschätzten Lebensdauer von fünf Stunden Dauerbetrieb. Jeder Stein enthält ein Gyroskop, einen Beschleunigungsmesser und einen Lichtsensor. Die Verarbeitungseinheit basiert auf einem ARM Cortex-M4-Mikrocontroller.
Die Einführung von Smart Bricks stellt eine bedeutende Verschiebung in der Produktstrategie von Lego dar, die über rein physisches Konstruktionsspielzeug hinausgeht. Dieser Schritt spiegelt einen breiteren Trend in der Spielzeugindustrie wider, bei dem Hersteller zunehmend digitale Technologie in ihre Angebote integrieren, um technikaffine Kinder anzusprechen.
Lego plant, die Smart Bricks im Herbst dieses Jahres als Teil eines neuen "Lego Technic Innovation Set" auf den Markt zu bringen. Das Set wird ungefähr 800 Smart Bricks und eine Vielzahl traditioneller Lego Technic Elemente enthalten. Das Unternehmen hat den offiziellen Verkaufspreis noch nicht bekannt gegeben, aber Branchenanalysten schätzen, dass er im Bereich von 350 bis 400 US-Dollar liegen wird. Lego beabsichtigt, durch Software-Updates und von der Community generierte Inhalte weiterhin neue Funktionalitäten und Anwendungen für die Smart Bricks zu entwickeln.
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