Lego hat letzte Woche auf der jährlichen Spielwarenmesse in Nürnberg seine neuen "Smart Bricks" vorgestellt und dabei fortschrittliche Sensortechnik und programmierbare Mikrocontroller direkt in die ikonischen Bausteine integriert. Dieser Schritt, der darauf abzielt, das Spielerlebnis durch interaktive und pädagogische Elemente zu bereichern, ist bei Experten der Spielzeugindustrie auf sowohl Begeisterung als auch Besorgnis gestoßen.
Die Smart Bricks, die in dreijähriger Zusammenarbeit mit Ingenieuren des MIT entwickelt wurden, verfügen über Miniatur-Beschleunigungsmesser, Gyroskope und Bluetooth-Konnektivität. Diese Komponenten ermöglichen es den Steinen, Bewegungen und Ausrichtungen zu erkennen und drahtlos mit Tablets und Smartphones zu interagieren. Benutzer können die Steine über eine vereinfachte visuelle Programmierschnittstelle programmieren und so interaktive Modelle erstellen, die auf reale Reize reagieren.
"Wir glauben, dass dies die nächste Evolutionsstufe des Lego-Spielens ist", sagte Astrid Sundberg, Lego's Head of Innovation, während der Produkteinführung. "Indem wir Technologie direkt in die Steine einbetten, eröffnen wir Kindern und Erwachsenen gleichermaßen eine ganz neue Welt kreativer Möglichkeiten und fördern sowohl technische Fähigkeiten als auch fantasievolles Geschichtenerzählen."
Einige Spielexperten äußerten jedoch Bedenken hinsichtlich der potenziellen Auswirkungen der Smart Bricks auf das traditionelle, bildschirmfreie Spielen. Dr. Evelyn Carter, eine Spezialistin für kindliche Entwicklung am Institute for Play, warnte, dass "die Technologie zwar beeindruckend ist, es aber entscheidend ist, die Möglichkeit einer Überstimulation und die reduzierten Möglichkeiten für offenes, fantasievolles Spielen zu berücksichtigen, das nicht auf digitalen Schnittstellen beruht."
Die Einführung der Smart Bricks spiegelt einen breiteren Trend in der Spielzeugindustrie wider, Technologie in traditionelle Spielsachen zu integrieren. Unternehmen sind zunehmend bestrebt, die Kluft zwischen der physischen und der digitalen Welt zu überbrücken und eine Generation von Kindern anzusprechen, die mit Smartphones und Tablets aufgewachsen sind.
Die Smart Bricks werden mit einem wiederaufladbaren Akku betrieben und sind mit bestehenden Lego-Sets kompatibel, sodass Benutzer sie nahtlos in ihre bestehenden Kreationen integrieren können. Lego plant, im Laufe dieses Jahres eine Reihe von Themen-Kits mit den Smart Bricks herauszubringen, die sich auf Bereiche wie Robotik, Programmierung und interaktives Geschichtenerzählen konzentrieren.
Die Preise für die Smart Bricks-Kits werden voraussichtlich höher sein als bei traditionellen Lego-Sets, was die zusätzlichen Kosten für die integrierte Technologie widerspiegelt. Lego geht davon aus, dass die Smart Bricks sowohl Pädagogen als auch Eltern ansprechen werden, die Kindern ansprechende und lehrreiche Spielerlebnisse bieten möchten. Das Unternehmen führt derzeit Pilotprogramme in Schulen durch, um den pädagogischen Wert und die Auswirkungen der Smart Bricks im Unterricht zu beurteilen. Der weltweite Start ist für den Herbst geplant, Vorbestellungen beginnen nächsten Monat.
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