US-Vizepräsident JD Vance erklärte, dass Grönland für die US-amerikanische und globale Verteidigung gegen potenzielle russische oder chinesische Raketenangriffe "von entscheidender Bedeutung" sei, und kritisierte Dänemark und Europa für das, was er als Versäumnis bezeichnete, das Territorium angemessen zu sichern. Vance sagte gegenüber Fox News, dass Europa und Dänemark zu wenig in die Verteidigung Grönlands investiert und es versäumt hätten, sich mit den Argumenten des ehemaligen Präsidenten Donald Trump in dieser Angelegenheit auseinanderzusetzen.
Vances Äußerungen fallen inmitten von Diskussionen innerhalb der US-Regierung über ein potenzielles Angebot zum Kauf Grönlands, eines teilsouveränen dänischen Territoriums. Das Weiße Haus deutete am Mittwoch an, dass US-Beamte ein solches Angebot aktiv in Erwägung ziehen, einen Tag nachdem es angedeutet hatte, dass auch eine militärische Aktion zur Annexion der Insel eine Option sei.
Dänemark, ein NATO-Verbündeter, hat gewarnt, dass ein solcher Schritt das Bündnis faktisch beenden würde. Sowohl Grönland als auch Dänemark haben stets betont, dass die Insel nicht zum Verkauf steht. Paulin Kola von Reuters berichtete, dass sich europäische Verbündete hinter Dänemark gestellt haben.
Die strategische Lage Grönlands zwischen Nordamerika und der Arktis macht es trotz seiner geringen Bevölkerungsdichte wertvoll für Frühwarnsysteme im Zusammenhang mit Raketenangriffen und für die Überwachung der Schiffsbewegungen in der Region. Die USA unterhalten bereits eine Militärpräsenz von über 100 Mann auf der Insel.
Die Debatte über die Sicherheit Grönlands unterstreicht die wachsende geopolitische Bedeutung der Arktis. Da die Eiskappen aufgrund des Klimawandels schmelzen, entstehen neue Schifffahrtswege und Möglichkeiten zur Rohstoffgewinnung, die das Interesse verschiedener globaler Mächte wecken. Dies hat zu verstärkter militärischer Aktivität und strategischer Positionierung in der Region geführt.
Das US-Interesse an Grönland reicht bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg zurück, mit früheren Versuchen, die Insel zu kaufen. Trumps erneutes Interesse am Erwerb Grönlands im Jahr 2019 löste Kontroversen aus und belastete die Beziehungen zu Dänemark.
Die aktuellen Diskussionen innerhalb der US-Regierung und Vances jüngste Äußerungen deuten darauf hin, dass Grönland für die USA weiterhin eine strategische Priorität darstellt, insbesondere im Kontext der wachsenden Spannungen mit Russland und China. Die Situation ist noch nicht abgeschlossen, und es werden weitere Entwicklungen erwartet, da die diplomatischen Gespräche andauern.
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