Der Arbeitnehmer beschrieb eine scheinbar positive Beziehung zum Vorgesetzten, die durch offene Kommunikation über das Privatleben und effektive Teamarbeit gekennzeichnet war. Diese Dynamik ändert sich jedoch, wenn Krankheitstage beantragt werden. Der Mitarbeiter gab an, dass der Vorgesetzte ihm nicht anbietet, ihn nach Hause zu schicken, wenn er sich bei der Arbeit krank meldet, und die Verantwortung für die Suche nach einem Ersatz für den nächsten Tag dem Mitarbeiter überträgt.
Diese Situation unterstreicht eine häufige Herausforderung am modernen Arbeitsplatz: das Ausbalancieren von Produktivitätsanforderungen und Mitarbeitergesundheit. Experten im Personalwesen betonen die Bedeutung klarer Kommunikation und etablierter Richtlinien bezüglich Krankheitsurlaub. "Eine gut definierte Krankheitsurlaubsregelung schützt nicht nur die Gesundheit der Mitarbeiter, sondern trägt auch zu einem produktiveren Arbeitsumfeld bei, indem sie die Ausbreitung von Krankheiten verhindert", sagte Dr. Emily Carter, Professorin für Organisationspsychologie an der University of California, Berkeley.
Das Verhalten des Vorgesetzten, wie es von dem Mitarbeiter beschrieben wird, wirft Bedenken hinsichtlich des Präsentismus auf, einem Phänomen, bei dem Mitarbeiter krank arbeiten, was oft zu einer verminderten Produktivität und potenziellen Gesundheitsrisiken für sie selbst und ihre Kollegen führt. Studien haben gezeigt, dass Präsentismus für Arbeitgeber kostspieliger sein kann als Absentismus.
Die COVID-19-Pandemie hat die Bedeutung der Priorisierung der Mitarbeitergesundheit und der Ermutigung kranker Mitarbeiter, zu Hause zu bleiben, noch verstärkt. Beamte des öffentlichen Gesundheitswesens betonen weiterhin die Notwendigkeit für Arbeitgeber, ein unterstützendes Umfeld zu schaffen, in dem sich Mitarbeiter wohl fühlen, Krankheitsurlaub zu nehmen, ohne Angst vor Repressalien haben zu müssen.
Die Zurückhaltung des Mitarbeiters, das Problem direkt mit dem Vorgesetzten anzusprechen, spiegelt eine Machtdynamik wider, die oft in Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Beziehungen vorhanden ist. Experten raten Mitarbeitern, Fälle von Druck zur Arbeit während der Krankheit zu dokumentieren und sich mit den Unternehmensrichtlinien und den einschlägigen Arbeitsgesetzen vertraut zu machen. Derzeit überlegt der Mitarbeiter, wie er klarere Grenzen zum Vorgesetzten ziehen kann, während er die potenziellen Konsequenzen abwägt. Die Kolumne "Work Friend" der New York Times riet dem Mitarbeiter, seine Bedürfnisse direkt zu kommunizieren und sich auf die Unternehmensrichtlinien bezüglich Krankheitsurlaub zu beziehen.
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