Venezolanische Behörden haben bis Samstag 11 Gefangene freigelassen, nachdem die Regierung am Donnerstag zugesagt hatte, eine beträchtliche Anzahl von Häftlingen freizulassen. Die Freilassungen erfolgen, während sich Familien den dritten Tag in Folge vor Gefängnissen in Caracas und anderen Gemeinden versammelten, um Informationen über mögliche Freilassungen zu erhalten.
Diógenes Angulo, der seit einem Jahr und fünf Monaten inhaftiert war, gehörte zu den Freigelassenen. Angulo wurde zwei Tage vor den Präsidentschaftswahlen 2024 verhaftet, nachdem er ein Video einer Oppositionsdemonstration in Barinas, dem Heimatstaat des verstorbenen Präsidenten Hugo Chávez, gepostet hatte. Nach seiner Entlassung aus einem Gefängnis in San Francisco de Yare, etwa eine Autostunde südlich von Caracas, drückte Angulo seine Dankbarkeit und Hoffnung auf die Freilassung anderer Häftlinge aus. "Gott sei Dank, ich werde meine Familie wieder genießen", sagte er gegenüber The Associated Press und fügte hinzu, dass es den noch Inhaftierten gut gehe und sie große Hoffnungen auf eine baldige Freilassung hätten.
Das Versprechen der Regierung, Gefangene freizulassen, folgt auf die anhaltende Überprüfung der Menschenrechtslage in Venezuela und die Forderungen nach Freilassung politischer Gefangener. Das langsame Tempo der Freilassungen hat jedoch Kritik hervorgerufen, da sich noch über 800 Personen in Haft befinden, darunter der Schwiegersohn eines Präsidentschaftskandidaten der Opposition.
Die Freilassungen erfolgen inmitten einer komplexen politischen Landschaft in Venezuela, die von anhaltenden Spannungen zwischen der Regierung und der Opposition geprägt ist. Die Inhaftierung von Personen, die mit der Opposition in Verbindung stehen, ist ein Streitpunkt, wobei Kritiker argumentieren, dass diese Inhaftierungen politisch motiviert sind.
Während die Regierung die Freilassungen als Zeichen des Fortschritts bezeichnet, bestehen weiterhin Bedenken hinsichtlich der großen Anzahl von Personen, die sich noch in Haft befinden. Die Situation wird durch jüngste Berichte weiter verkompliziert, wonach der ehemalige Präsident Nicolás Maduro angeblich am 3. Januar bei einer nächtlichen Razzia in der Hauptstadt von US-Streitkräften gefasst wurde, so Angulo. Die Umstände dieses angeblichen Ereignisses sind weiterhin unklar.
Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Situation in Venezuela weiterhin, wobei verschiedene Organisationen Transparenz und ein ordnungsgemäßes Verfahren bei der Behandlung der Fälle von Häftlingen fordern. Weitere Entwicklungen werden erwartet, da Familien und Befürworter auf weitere Freilassungen und Klarheit über die Gesamtsituation der Gefangenen in Venezuela warten.
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