Sicherheitsteams in Unternehmen greifen zunehmend auf Inference-Security-Plattformen zurück, da sie Schwierigkeiten haben, sich gegen eine neue Welle von KI-gesteuerten Runtime-Angriffen zu verteidigen. Dieser Wandel kommt zustande, da sich traditionelle Sicherheitsmaßnahmen angesichts der sich schnell entwickelnden Bedrohungen, die Schwachstellen in KI-Agenten in Produktionsumgebungen ausnutzen, als unzureichend erweisen.
Die Dringlichkeit wird durch die Geschwindigkeit vorangetrieben, mit der Angreifer nun in der Lage sind, Systeme zu kompromittieren. Laut dem Global Threat Report 2025 von CrowdStrike können die Breakout-Zeiten – die Zeit, die ein Angreifer benötigt, um sich vom ersten Zugriff zu einer lateralen Bewegung innerhalb eines Netzwerks zu bewegen – nur 51 Sekunden betragen. Dies lässt den Sicherheitsteams wenig Zeit zu reagieren, insbesondere angesichts der langen Patch-Zyklen, die in vielen Unternehmen üblich sind. Derselbe Bericht hob auch hervor, dass 79 % der entdeckten Angriffe malwarefrei waren und stattdessen auf "Hands-on-Keyboard"-Techniken setzten, die traditionelle Endpoint-Abwehrmaßnahmen umgehen.
"Bedrohungsakteure reverse engineeren Patches innerhalb von 72 Stunden", sagte Mike Riemer, Field CISO bei Ivanti, in einer Erklärung gegenüber VentureBeat. Riemer erklärte, dass die Geschwindigkeit des Reverse Engineering und der Bewaffnung "durch KI erheblich gesteigert" wurde, wodurch sich das Zeitfenster für Unternehmen schließt, um Schwachstellen zu patchen, bevor sie ausgenutzt werden. Dieses schrumpfende Zeitfenster ist ein großes Problem, da viele Unternehmen Wochen oder sogar Monate benötigen, um Patches manuell in ihren Systemen zu installieren.
Inference-Security-Plattformen wurden entwickelt, um diese Runtime-Schwächen zu beheben, indem sie Transparenz und Kontrolle über KI-Agenten in der Produktion ermöglichen. Diese Plattformen überwachen das Verhalten von KI-Modellen, erkennen Anomalien und verhindern bösartige Aktionen in Echtzeit. Sie bieten eine Sicherheitsebene, die traditionelle Endpoint-Security-Lösungen oft vermissen lassen, insbesondere im Umgang mit malwarefreien Angriffen.
Der Aufstieg von KI-gestützten Angriffen stellt eine bedeutende Veränderung in der Bedrohungslandschaft dar. Angreifer nutzen KI, um Aufklärung zu automatisieren, Schwachstellen zu identifizieren und ausgefeilte Exploits zu entwickeln. Dies erfordert einen neuen Ansatz für die Sicherheit, der sich auf das Verständnis und die Minderung der Risiken konzentriert, die mit KI-Agenten in der Produktion verbunden sind.
Der Einsatz von Inference-Security-Plattformen befindet sich noch in einem frühen Stadium, aber viele CISOs betrachten sie als eine kritische Komponente ihrer zukünftigen Sicherheitsstrategie. Da KI weiterhin in immer mehr Geschäftsprozesse integriert wird, wird der Bedarf an spezialisierten Sicherheitslösungen zum Schutz dieser Systeme nur noch wachsen. Die nächsten Jahre werden wahrscheinlich weitere Innovationen in diesem Bereich sehen, wobei Anbieter fortschrittlichere Funktionen zur Erkennung und Verhinderung von KI-gesteuerten Angriffen entwickeln werden.
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