Laut einer neuen Veröffentlichung in den Proceedings of the National Academy of Sciences verbesserte sich die Hygiene in den öffentlichen Bädern von Pompeji durch den Wechsel der Wasserquellen. Die Studie analysierte Calciumcarbonatablagerungen aus dem erhaltenen Aquädukt, den Wassertürmen und den Badestrukturen der Stadt, um die Entwicklung ihres Wasserversorgungssystems zu verstehen.
Frühere Forschungen deuteten darauf hin, dass Pompeji, gegründet im sechsten Jahrhundert v. Chr., anfänglich auf Regenwasser angewiesen war, das in Zisternen und Brunnen gesammelt wurde. Diese frühen öffentlichen Bäder verwendeten Hebevorrichtungen, um Wasser aus bis zu 40 Meter tiefen Brunnen zu schöpfen. Der Bau eines Aquädukts zwischen 27 v. Chr. und 14 n. Chr. markierte einen bedeutenden Fortschritt in der Wasserinfrastruktur der Stadt.
Die Forschung hebt eine kritische Periode der römischen Ingenieurskunst hervor. Aquädukte, wie der, der Pompeji versorgte, waren entscheidend für das Wachstum und die sanitären Einrichtungen städtischer Zentren im gesamten Römischen Reich, von Britannien bis Nordafrika. Diese Bauwerke ermöglichten eine konsistentere und sauberere Wasserversorgung im Vergleich zur ausschließlichen Nutzung lokaler Brunnen und Regenwasser, eine häufige Herausforderung für antike Städte weltweit.
Der Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 n. Chr., ein Ereignis, das eine Energie freisetzte, die dem 100.000-fachen der auf Hiroshima und Nagasaki abgeworfenen Atombomben entspricht, konservierte die Infrastruktur Pompejis, einschließlich seiner Wassersysteme, und bietet so eine einzigartige Gelegenheit zur Untersuchung. Die Analyse von Mineralablagerungen gibt Aufschluss über die Qualität und Quelle des Wassers, das in verschiedenen Epochen der Stadtgeschichte verwendet wurde. Es sind weitere Forschungen geplant, um die Wasserqualität in Pompeji mit der anderer römischer Städte zu vergleichen, um ein umfassenderes Verständnis der öffentlichen Gesundheit und der sanitären Praktiken in der antiken Welt zu erhalten.
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