Anthropic kündigte am Sonntag die Einführung von Claude for Healthcare an, einer Suite von Tools, die für Gesundheitsdienstleister, Kostenträger und Patienten entwickelt wurden. Diese Ankündigung folgt auf die kürzliche Vorstellung von ChatGPT Health durch OpenAI und signalisiert einen wachsenden Trend, bei dem KI-Unternehmen auf den Gesundheitssektor abzielen.
Wie ChatGPT Health zielt auch Claude for Healthcare darauf ab, Benutzern die Synchronisierung von Gesundheitsdaten aus verschiedenen Quellen zu ermöglichen, darunter Telefone, Smartwatches und andere Plattformen. Sowohl Anthropic als auch OpenAI haben erklärt, dass die auf diese Weise erfassten Daten nicht für das Modelltraining verwendet werden. Anthropic positioniert Claude for Healthcare jedoch als ein ausgefeilteres Angebot als ChatGPT Health, das sich anscheinend zunächst auf eine patientenorientierte Chat-Erfahrung konzentriert.
Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal von Claude for Healthcare ist die Integration von "Konnektoren", die der KI Zugriff auf relevante Plattformen und Datenbanken ermöglichen. Diese Konnektoren sind darauf ausgelegt, Forschungsprozesse und die Berichtserstellung für Kostenträger und Anbieter zu beschleunigen. Zu den spezifischen Datenbanken, auf die über diese Konnektoren zugegriffen werden kann, gehören die Centers for Medicare and Medicaid Services (CMS) Coverage Database, die Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision (ICD-10), der National Provider Identifier Standard und PubMed. Laut einem Blogbeitrag von Anthropic kann Claude for Healthcare diese Verbindungen nutzen, um seine Fähigkeiten zu verbessern.
Der Einsatz von großen Sprachmodellen (LLMs) im Gesundheitswesen gibt einigen Branchenexperten Anlass zur Sorge, insbesondere im Hinblick auf das Potenzial für KI-"Halluzinationen", bei denen die KI falsche oder irreführende Informationen generiert. Dies ist besonders kritisch, wenn medizinische Ratschläge gegeben werden. Anthropic betont jedoch die Agentenfähigkeiten von Claude und deutet damit einen Fokus auf Genauigkeit und Zuverlässigkeit an.
Die Entwicklung von KI-Tools wie Claude for Healthcare und ChatGPT Health spiegelt eine breitere Bewegung wider, KI zu nutzen, um die Effizienz und die Ergebnisse im Gesundheitswesen zu verbessern. Diese Tools haben das Potenzial, administrative Aufgaben zu rationalisieren, die Forschung zu beschleunigen und die Patientenbeteiligung zu verbessern. Es müssen jedoch Fragen des Datenschutzes, der algorithmischen Verzerrung und des Fehlerpotenzials sorgfältig berücksichtigt werden. Da sich diese Technologien ständig weiterentwickeln, werden fortlaufende Evaluierung und Regulierung von entscheidender Bedeutung sein, um ihren verantwortungsvollen und vorteilhaften Einsatz im Gesundheitswesen zu gewährleisten.
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