US-Präsident Donald Trump beabsichtigt, die Zinssätze für Kreditkarten ab dem 20. Januar, dem Tag seiner Amtseinführung, für ein Jahr auf 10 Prozent zu begrenzen. Trump hatte die Obergrenze ursprünglich während seines Wahlkampfs vorgeschlagen und den Plan letzte Woche in einem Truth Social-Post bekräftigt, in dem er behauptete, Amerikaner würden durch Zinssätze von bis zu 30 Prozent ausgebeutet.
Trump sprach am Sonntag in der Air Force One vor Reportern und erklärte: "Wir setzen eine einjährige Obergrenze von 10 Prozent fest. Und das ist es. Sie wissen es", und beschuldigte Kreditkartenunternehmen, die Öffentlichkeit auszunutzen.
Der Vorschlag wirft Fragen nach seiner Durchführbarkeit und den potenziellen Auswirkungen auf die Kreditkartenbranche und die Verbraucher auf. Während es parteiübergreifende Unterstützung für die Senkung der Kreditkosten gibt, birgt die Einführung einer festen Obergrenze erhebliche Herausforderungen.
Eine Zinsbegrenzung von 10 Prozent könnte die Kreditkartenlandschaft drastisch verändern. Derzeit übersteigen die Zinssätze für Kreditkarten oft 20 Prozent, insbesondere für Personen mit niedrigerer Kreditwürdigkeit. Die hohen Zinssätze werden von den Kreditgebern als Möglichkeit zur Kompensation des Ausfallrisikos gerechtfertigt.
Zu den potenziellen Folgen einer solchen Obergrenze gehören eine geringere Kreditverfügbarkeit, insbesondere für Kreditnehmer mit höherem Risiko. Kreditkartenunternehmen könnten die Kreditvergabestandards verschärfen, was es Personen mit begrenzter Kredithistorie oder niedrigerer Kreditwürdigkeit erschweren würde, Kreditkarten zu erhalten. Dies könnte einkommensschwache Personen, die für wesentliche Einkäufe auf Kreditkarten angewiesen sind, unverhältnismäßig stark treffen.
Darüber hinaus könnte die Obergrenze zu einer Reduzierung von Prämienprogrammen und anderen Vorteilen führen, die derzeit von Kreditkartenunternehmen angeboten werden. Um die geringeren Zinserträge auszugleichen, könnten die Emittenten Leistungen wie Cashback, Reisemeilen und Käuferschutz kürzen. Einige Unternehmen könnten sich ganz aus dem Kreditkartenmarkt zurückziehen, was den Wettbewerb und die Auswahl für die Verbraucher verringern würde.
Die rechtliche Grundlage für eine bundesweite Zinsbegrenzung ist komplex. Während die Bundesregierung die Befugnis hat, den zwischenstaatlichen Handel zu regulieren, haben auch die Bundesstaaten Gesetze zur Regelung der Zinssätze. Jeder Versuch, eine nationale Obergrenze einzuführen, könnte rechtliche Anfechtungen nach sich ziehen, insbesondere wenn er mit bestehenden Landesgesetzen kollidiert.
Die potenziellen Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft sind eine weitere Überlegung. Kreditkartenausgaben sind ein wichtiger Motor der Konsumausgaben, die einen wesentlichen Teil des US-amerikanischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) ausmachen. Eine Störung des Kreditkartenmarktes könnte sich auf die gesamte Wirtschaft auswirken.
Es bleibt abzuwarten, wie Trump die Obergrenze umsetzen will und ob sie im Kongress genügend Unterstützung findet, um Gesetz zu werden. Die Kreditkartenbranche wird wahrscheinlich massiv gegen den Vorschlag lobbyieren und argumentieren, dass er den Verbrauchern schaden und das Wirtschaftswachstum ersticken würde.
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