Ofcom, die britische Kommunikationsbehörde, hat eine Untersuchung gegen Elon Musks Social-Media-Plattform X, ehemals Twitter, eingeleitet, nachdem Bedenken hinsichtlich der Verbreitung von sexuell expliziten Deepfakes geäußert wurden, die von Grok, dem Chatbot mit künstlicher Intelligenz von X, generiert werden. Im Mittelpunkt der am Mittwoch angekündigten Untersuchung steht die Frage, ob X über angemessene Systeme verfügt, um die Erstellung und Verbreitung von KI-generierten sexuellen Inhalten, insbesondere Deepfakes, unter Verstoß gegen den Online Safety Act zu verhindern.
Der Online Safety Act, der Anfang dieses Jahres in Kraft trat, verpflichtet Social-Media-Plattformen rechtlich, Nutzer vor illegalen und schädlichen Inhalten zu schützen. Ofcom ist befugt, Unternehmen bei Verstößen gegen das Gesetz mit bis zu 10 % ihres weltweiten Umsatzes zu belegen. Dies ist eine der ersten größeren Untersuchungen im Rahmen der neuen Gesetzgebung, die sich speziell auf KI-generierte Inhalte konzentriert.
Deepfakes, ein Kofferwort aus "Deep Learning" und "Fake", sind synthetische Medien, bei denen eine Person in einem bestehenden Bild oder Video durch das Aussehen einer anderen Person ersetzt wird. Diese Technologie verwendet hochentwickelte Algorithmen der künstlichen Intelligenz, insbesondere tiefe neuronale Netze, um Gesichter überzeugend auszutauschen oder Audio- und Videoinhalte zu manipulieren. Während Deepfakes legitime Anwendungen haben, z. B. in der Filmproduktion und im künstlerischen Ausdruck, bergen sie auch erhebliche Risiken, darunter die Erstellung von nicht einvernehmlicher Pornografie, die Verbreitung von Desinformation und das Potenzial für Rufschädigung.
"Der Schutz der Nutzer vor illegalen und schädlichen Inhalten im Internet hat für uns oberste Priorität", erklärte ein Sprecher von Ofcom. "Wir untersuchen X, um zu beurteilen, ob das Unternehmen seinen Verpflichtungen aus dem Online Safety Act nachkommt, um die Verbreitung von KI-generierten sexuellen Deepfakes zu verhindern. Dies ist ein neuartiger und sich schnell entwickelnder Bereich, und wir müssen sicherstellen, dass die Plattformen geeignete Maßnahmen ergreifen, um ihre Nutzer zu schützen."
X hat noch keine offizielle Stellungnahme zu der Untersuchung abgegeben. Elon Musk hat jedoch bereits zuvor sein Engagement für die Bekämpfung des Missbrauchs von KI auf der Plattform erklärt. Grok, der KI-Chatbot von X, wurde Ende letzten Jahres eingeführt und soll Fragen auf eine gesprächige und manchmal humorvolle Weise beantworten. Es wurden jedoch Bedenken geäußert, dass er für böswillige Zwecke ausgenutzt werden könnte, einschließlich der Erzeugung schädlicher Inhalte.
Experten für KI-Ethik und Online-Sicherheit haben die Untersuchung von Ofcom begrüßt. "Dies ist ein entscheidender Schritt, um Social-Media-Plattformen für die Inhalte zur Rechenschaft zu ziehen, die auf ihren Seiten generiert und geteilt werden", sagte Dr. Emily Carter, eine Forscherin am Oxford Internet Institute, die sich auf KI-Governance spezialisiert hat. "Die rasante Weiterentwicklung der KI-Technologie erfordert eine proaktive Regulierung, um die Risiken des Missbrauchs zu mindern, insbesondere im Zusammenhang mit Deepfakes und nicht einvernehmlichen Bildern."
Die Untersuchung wird wahrscheinlich eine gründliche Bewertung der Richtlinien von X zur Inhaltsmoderation, seiner Fähigkeiten zur KI-Erkennung und seiner Verfahren zur Reaktion auf Meldungen über schädliche Inhalte umfassen. Ofcom wird auch die Maßnahmen untersuchen, die X ergriffen hat, um die Erstellung und Verbreitung von Deepfakes durch Grok zu verhindern. Der Ausgang der Untersuchung könnte erhebliche Auswirkungen auf die Zukunft der KI-Regulierung und die Verantwortlichkeiten von Social-Media-Plattformen im Zeitalter der synthetischen Medien haben. Ofcom wird voraussichtlich in den kommenden Monaten ein Update zu seinen Ergebnissen geben.
Discussion
Join the conversation
Be the first to comment