Die Vereinigten Staaten haben am Dienstag Muslimbruderschaftsorganisationen in Ägypten, Libanon und Jordanien laut Associated Press als Terrorgruppen eingestuft. Die Entscheidung folgt einer Präsidialverfügung von Präsident Donald Trump, die er Wochen zuvor erlassen hatte und die seine Regierung anweist, mit dem Prozess der Aufnahme der Gruppen auf die schwarze Liste zu beginnen.
Außenminister Marco Rubio erklärte, dass diese Einstufungen die ersten Schritte in einem fortlaufenden Bemühen darstellen, Gewalt und Destabilisierung durch Ableger der Muslimbruderschaft weltweit zu bekämpfen. Die spezifischen betroffenen Zweige wurden nicht sofort bekannt gegeben.
Die Muslimbruderschaft, die 1928 in Ägypten gegründet wurde, ist eine transnationale sunnitisch-islamistische Organisation mit einer komplexen Geschichte. Während einige Zweige sich an politischen Aktivitäten beteiligt haben, wurden andere der Gewalt und des Terrorismus beschuldigt. Die Ideologie der Gruppe befürwortet die Einführung des islamischen Rechts und hat verschiedene islamistische Bewegungen weltweit inspiriert.
Die Entscheidung, diese Gruppen als Terrororganisationen einzustufen, hat gemischte Reaktionen hervorgerufen. Befürworter argumentieren, dass dies ein notwendiger Schritt zur Bekämpfung des Extremismus und zum Schutz der nationalen Sicherheit sei. Kritiker hingegen argumentieren, dass die Einstufung zu weit gefasst sei, legitimen politischen Dissens unterdrücken und die Region weiter destabilisieren könnte. Sie argumentieren auch, dass solche Einstufungen dazu verwendet werden können, Menschenrechte zu unterdrücken und politische Gegner ins Visier zu nehmen.
Die US-Regierung hat lange damit gerungen, wie sie mit der Muslimbruderschaft umgehen soll. Einige Regierungen haben mit bestimmten Zweigen zusammengearbeitet, während sie andere verurteilt haben. Diese jüngste Maßnahme bedeutet einen härteren Ansatz, der möglicherweise die Beziehungen der USA zu Ländern beeinträchtigt, in denen die Muslimbruderschaft eine bedeutende Präsenz hat.
Die Auswirkungen dieser Einstufung sind weitreichend. Sie ermöglicht es der US-Regierung, Sanktionen gegen Einzelpersonen und Organisationen zu verhängen, die mit den designierten Gruppen in Verbindung stehen, möglicherweise Vermögenswerte einzufrieren und Reisen einzuschränken. Sie könnte sich auch auf humanitäre Hilfe und diplomatische Bemühungen in der Region auswirken.
Die Entscheidung fällt inmitten erhöhter Spannungen im Nahen Osten und einer umfassenderen US-Strategie zur Bekämpfung des, was sie als iranischen Einfluss und Unterstützung des Terrorismus wahrnimmt. Die Aufnahme dieser Zweige der Muslimbruderschaft auf die schwarze Liste wird die ohnehin schon komplexe geopolitische Landschaft wahrscheinlich weiter verkomplizieren. Das Außenministerium wird voraussichtlich in den kommenden Tagen weitere Einzelheiten zu den spezifischen betroffenen Organisationen und der Begründung für die Einstufungen veröffentlichen.
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