Die Wanderung zu dem Kloster aus dem 6. Jahrhundert, das in die Berge Zentralsyriens gebaut wurde, zog Teilnehmer aus dem ganzen Land an. Areej Miro, eine 24-jährige Kunsthandwerkerin aus Damaskus, gehörte zu denen, die im vergangenen Frühjahr an der Expedition teilnahmen. "Es ist wichtig, diese Orte wiederzusehen, sich an unsere Geschichte zu erinnern", sagte Miro und reflektierte über die Bedeutung der Reise, nachdem Syriens fast 14-jähriger Bürgerkrieg vor etwas mehr als einem Jahr endete.
Syriens Bürgerkrieg, der 2011 ausbrach, führte zu einer humanitären Krise, vertrieb Millionen und verursachte weitverbreitete Zerstörung des kulturellen Erbes des Landes. Die UNESCO hat ihre Besorgnis über die Schäden an syrischen historischen Stätten geäußert, von denen einige Jahrtausende zurückreichen, und die Notwendigkeit von Erhaltungs- und Restaurierungsmaßnahmen betont. Der Konflikt, der durch politische Missstände und konfessionelle Spannungen angeheizt wurde, zog regionale und internationale Akteure an und verkomplizierte die Situation weiter.
Deir Mar Musa, ein syrisch-katholisches Kloster, diente in der Region historisch als Symbol für religiöse Toleranz und interreligiösen Dialog. Vor dem Krieg empfing es Besucher mit unterschiedlichem Hintergrund und förderte das Verständnis zwischen Christen und Muslimen. Die abgelegene Lage des Klosters bot einen Zufluchtsort vor der Gewalt, die während des Konflikts andere Teile des Landes heimsuchte, obwohl die Umgebung zeitweise von Kämpfen betroffen war.
Die Entstehung von Wandergruppen wie "Ich, der Syrer" spiegelt den wachsenden Wunsch der Syrer wider, ihr Leben und ihre Gemeinschaften wiederaufzubauen. Diese Initiativen bieten Möglichkeiten zur Erholung, kulturellen Erkundung und sozialen Kontakten und tragen zu einem Gefühl der Normalität und Heilung in einem vom Krieg gezeichneten Land bei. Die Wiederentdeckung der syrischen Natur- und Geschichtsschätze wird von vielen als ein wesentlicher Schritt im Prozess der nationalen Erholung und Versöhnung angesehen.
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