Die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) hat eine Webseite entfernt, die Eltern vor potenziell gefährlichen und unbewiesenen Autismus-Behandlungen warnte. Dieser Schritt hat angesichts des weltweiten Anstiegs der Autismus-Diagnosen und der Verbreitung von unbegründeten Therapien Besorgnis ausgelöst. Die Löschung erfolgte Ende letzten Jahres, wie das Department of Health and Human Services gegenüber Ars Technica bestätigte.
Die inzwischen nicht mehr existierende Webseite mit dem Titel "Be Aware of Potentially Dangerous Products and Therapies that Claim to Treat Autism" diente als Informationsquelle für Verbraucher, in der die Merkmale von Autismus umrissen und von der FDA zugelassene, evidenzbasierte Behandlungen zur Behandlung von Symptomen aufgeführt wurden. Entscheidend war, dass sie auch falsche Behauptungen und potenziell schädliche, unbewiesene Behandlungen detailliert beschrieb, die die Behörde aktiv bekämpfte. Einige dieser Therapien, die oft von Impfgegner-Gruppen und Wellness-Unternehmen beworben werden, bergen erhebliche Gesundheitsrisiken.
Die Entfernung der Seite hat aufgrund der Ernennung von Robert F. Kennedy Jr. zum Gesundheitsminister Kritik hervorgerufen, da er eine gut dokumentierte Haltung gegen Impfstoffe und Verbindungen zur Wellness-Industrie hat, die oft alternative und manchmal fragwürdige Gesundheitspraktiken fördert. Während die genauen Gründe für die Entfernung unklar bleiben, befürchten Kritiker, dass dies ein Signal für eine Verschiebung des Ansatzes der US-Regierung bei der Regulierung und Aufklärung der Öffentlichkeit über unbewiesene Autismus-Behandlungen sein könnte.
Weltweit wird die Prävalenz von Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) auf etwa 1 von 100 Kindern geschätzt, so die Weltgesundheitsorganisation. Dieser Anstieg der Diagnosen hat zu einem entsprechenden Anstieg der Nachfrage nach Behandlungen geführt, wodurch Familien anfällig für Ausbeutung durch Einzelpersonen und Organisationen werden, die unbegründete Heilmittel bewerben. In vielen Ländern, insbesondere in Regionen mit eingeschränktem Zugang zu zuverlässigen Informationen über das Gesundheitswesen, greifen Familien möglicherweise aus Verzweiflung oder mangelndem Bewusstsein für evidenzbasierte Optionen auf alternative Therapien zurück.
Die Maßnahme der FDA erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem internationale Gesundheitsorganisationen daran arbeiten, Fehlinformationen zu bekämpfen und evidenzbasierte Praktiken in der Autismus-Versorgung zu fördern. Die Weltgesundheitsorganisation beispielsweise betont die Bedeutung von Früherkennung und -intervention sowie den Zugang zu einer Reihe von Therapien, die auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnitten sind. Die Entfernung der FDA-Webseite könnte diese Bemühungen potenziell untergraben, indem sie ein Vakuum an zuverlässigen Informationen schafft, insbesondere für Familien, die online nach Rat suchen.
Das Department of Health and Human Services hat noch keine umfassende Erklärung für die Gründe für die Entfernung der Webseite veröffentlicht. Das Fehlen dieser Ressource hinterlässt eine Lücke in der öffentlichen Aufklärung und setzt möglicherweise gefährdete Familien unwirksamen und sogar schädlichen Behandlungen für Autismus aus, eine Erkrankung, die evidenzbasierte Intervention und Unterstützung erfordert.
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