Donald Trump drohte inmitten anhaltender Proteste gegen Bundesbeamte der Einwanderungsbehörde in Minneapolis mit der Anwendung des Insurrection Act. Der ehemalige Präsident erklärte auf Truth Social, er würde das Gesetz in Kraft setzen, wenn die Politiker von Minnesota "dem Gesetz nicht gehorchen und die professionellen Agitatoren und Aufständischen daran hindern, die Patrioten von I.C.E. anzugreifen, die nur versuchen, ihren Job zu machen".
Die Proteste verstärkten sich nach einem Vorfall am Mittwoch, bei dem ein Bundesbeamter bei einer Durchsetzungsmaßnahme im Norden von Minneapolis einem Mann ins Bein schoss. Dieses Ereignis ereignete sich nur eine Woche nach der tödlichen Schießerei auf Renee Nicole Good, was die öffentliche Unruhe weiter anheizte.
Der Insurrection Act, ein jahrhundertealtes Gesetz, gibt dem Präsidenten die Befugnis, das US-Militär im Inland einzusetzen, um Aufstände, Rebellionen zu unterdrücken oder Bundesgesetze durchzusetzen. Seine Anwendung ist selten und in der Regel Situationen vorbehalten, in denen die staatlichen Behörden nicht in der Lage oder nicht willens sind, die Ordnung aufrechtzuerhalten.
Trump beteuerte, dass die Anwendung des Gesetzes "der Farce, die in diesem einst großartigen Staat stattfindet, schnell ein Ende setzen würde". Die potenzielle Anwendung des Insurrection Act wirft Bedenken hinsichtlich einer übermäßigen Einmischung des Bundes und der Militarisierung der innerstaatlichen Strafverfolgung auf. Kritiker argumentieren, dass der Einsatz des Militärs gegen zivile Demonstranten die Spannungen verschärfen und die verfassungsmäßigen Rechte verletzen könnte. Befürworter hingegen argumentieren, dass es ein notwendiges Instrument sei, um in Situationen weitverbreiteter Gesetzlosigkeit die Ordnung wiederherzustellen.
Die Situation in Minneapolis bleibt angespannt, mit anhaltenden Demonstrationen und verstärkter Kontrolle der bundesstaatlichen Durchsetzungspraktiken im Bereich der Einwanderung. Das Büro des Gouverneurs hat noch keine formelle Antwort auf Trumps Drohung abgegeben. Das Justizministerium lehnte eine Stellungnahme zu der Möglichkeit ab, den Insurrection Act anzuwenden. Rechtsexperten sind sich über die Rechtmäßigkeit und Angemessenheit der Anwendung des Gesetzes in diesem Zusammenhang uneins und verweisen auf unterschiedliche Auslegungen dessen, was einen "Aufstand" oder eine "Rebellion" darstellt.
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