Das Oberste Gericht Indiens hat im Steuerstreit um die 16 Milliarden Dollar schwere Übernahme von Flipkart durch Walmart im Jahr 2018 gegen Tiger Global entschieden. Dies könnte die Art und Weise verändern, wie globale Fonds Investitionen in dem schnell wachsenden indischen Markt strukturieren. Die Entscheidung des Gerichts stärkt die Fähigkeit Neu-Delhis, Offshore-Vertragsstrukturen zu überprüfen, ein Schritt, der erhöhte Steuerrisiken für internationale Investoren mit sich bringen könnte, die planbare Renditen anstreben.
Der Fall drehte sich darum, ob Tiger Global seine auf Mauritius ansässigen Unternehmen nutzen konnte, um Schutz im Rahmen des indisch-mauritianischen Steuerabkommens zu beanspruchen und so die Kapitalertragssteuer in Indien auf Gewinne aus seinem Flipkart-Ausstieg zu vermeiden. Das Urteil des Obersten Gerichtshofs hob faktisch eine Entscheidung des Delhi High Court von Anfang dieses Jahres auf, die Tiger Global begünstigt hatte. Damit wurde eine Anordnung der Authority for Advance Rulings aus dem Jahr 2020 aufgehoben, die ursprünglich festgestellt hatte, dass das Unternehmen dem Anschein nach Steuervermeidung betreibt und keinen Anspruch auf Vertragsentlastung hat.
Das Urteil wird von globalen Investoren genau beobachtet, da es eine selbstbewusstere Haltung der indischen Steuerbehörden gegenüber Offshore-Vertragsstrukturen signalisiert. Diese Strukturen wurden in der Vergangenheit genutzt, um die Steuerlast bei hochpreisigen Ausstiegen aus indischen Investitionen zu minimieren. Das Urteil führt zu Unsicherheit hinsichtlich der Strukturierung und Preisgestaltung künftiger grenzüberschreitender Geschäfte, insbesondere in einer Zeit, in der ausländische Fonds zunehmend auf Indien angewiesen sind, um Wachstum und Rendite zu erzielen.
Tiger Global, eine bedeutende globale Investmentfirma, war ein früher Unterstützer von Flipkart, einem indischen E-Commerce-Riesen, der 2018 von Walmart in einem der größten Deals im indischen Internetsektor übernommen wurde. Der Deal brachte frühen Investoren wie Tiger Global erhebliche Renditen, löste aber aufgrund des grenzüberschreitenden Charakters der Transaktion und der Nutzung von Offshore-Investmentvehikeln auch komplexe steuerliche Auswirkungen aus.
Mit Blick auf die Zukunft könnte das Urteil eine Neubewertung der Anlagestrategien und Steuerplanungsansätze globaler Fonds, die in Indien tätig sind, nach sich ziehen. Es könnte auch andere multinationale Konzerne dazu anregen, ihre bestehenden Strukturen neu zu bewerten, um die Einhaltung der sich entwickelnden indischen Steuervorschriften sicherzustellen. Die Entscheidung könnte zu einer verstärkten Kontrolle ähnlicher Offshore-Strukturen und potenziell höheren Steuerverbindlichkeiten für ausländische Investoren führen, die aus indischen Investitionen aussteigen.
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