WhatsApp erlaubt es KI-Anbietern nun, ihre Chatbots weiterhin Nutzern mit brasilianischen Telefonnummern anzubieten und kehrt damit seine Politik um, nachdem die Wettbewerbsbehörde des Landes das Unternehmen angewiesen hatte, seine neue Richtlinie auszusetzen. Die Richtlinie, die heute in Kraft trat, untersagt das Anbieten von Drittanbieter-Chatbots für allgemeine Zwecke über die Business-API der App.
Meta, die Muttergesellschaft von WhatsApp, teilte den Entwicklern mit, dass sie Nutzer mit brasilianischen Telefonnummern (identifiziert durch die Ländervorwahl +55) nicht über Änderungen informieren oder ihre Dienste einstellen müssen. Diese Entscheidung befreit Brasilien faktisch von den Beschränkungen, die in anderen Regionen gelten. Laut einer TechCrunch vorliegenden Mitteilung an KI-Anbieter gilt die Anforderung, die Beantwortung von Nutzeranfragen einzustellen und vor dem 15. Januar 2026 eine vorab genehmigte automatische Antwortsprache zu implementieren, nicht mehr, wenn man Personen mit einer brasilianischen Ländervorwahl kontaktiert.
Die ursprüngliche, Anfang des Monats angekündigte Richtlinie sah eine 90-tägige Übergangsfrist ab dem 15. Januar für Entwickler und KI-Anbieter vor. Sie verpflichtete sie, die Beantwortung von Nutzeranfragen auf WhatsApp einzustellen und die Nutzer darüber zu informieren, dass ihre Chatbots auf der Plattform nicht mehr funktionieren würden. Diese Richtlinie betrifft vor allem Chatbots für allgemeine Zwecke wie ChatGPT und Grok, die auf die Business-API von WhatsApp angewiesen sind, um mit Nutzern zu interagieren.
Der Schritt, Brasilien auszunehmen, folgt auf eine Anordnung der Wettbewerbsbehörde des Landes, die Bedenken hinsichtlich der potenziellen Auswirkungen des Verbots auf das lokale Chatbot-Ökosystem geäußert hatte. Die Intervention der Regulierungsbehörde unterstreicht die wachsende Kontrolle der Richtlinien von Meta und deren potenziellen Auswirkungen auf Wettbewerb und Innovation in verschiedenen Märkten.
WhatsApp reagierte nicht sofort auf eine Anfrage nach einem Kommentar, der die Entscheidung bestätigen sollte, Brasilien von dem Chatbot-Verbot auszunehmen. Das Schweigen des Unternehmens lässt Fragen nach den konkreten Gründen für die Kehrtwende und den langfristigen Auswirkungen auf seine Beziehung zu KI-Entwicklern und Nutzern in Brasilien offen. Die Situation ist weiterhin im Fluss, und es werden weitere Entwicklungen erwartet, da WhatsApp sich in der Regulierungslandschaft und den sich entwickelnden Anforderungen der KI-Industrie bewegt.
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