Eine neue Studie deutet darauf hin, dass Statine, eine gängige Art von Cholesterin senkendem Medikament, fast allen Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes einen signifikanten Schutz vor Tod und schwerwiegenden Herzereignissen bieten können, unabhängig von ihrem anfänglichen Risikograd. Die im Vereinigten Königreich durchgeführte und vom American College of Physicians veröffentlichte Forschung legt nahe, dass selbst Personen mit einem geringen vorhergesagten Risiko für Herzerkrankungen von einer Statintherapie profitieren können, was frühere Annahmen darüber in Frage stellt, wer diese präventive Behandlung erhalten sollte.
Die Studie, die eine große Kohorte von Patienten über einen längeren Zeitraum begleitete, ergab, dass die Einnahme von Statinen mit einer Verringerung sowohl der Sterblichkeit als auch des Auftretens schwerwiegender kardiovaskulärer Ereignisse in allen Risikokategorien verbunden war. "Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Nutzen von Statinen über die Hochrisikogruppe hinausgeht", sagte ein leitender Forscher der Studie. "Wir beobachteten eine signifikante Reduktion unerwünschter Ereignisse selbst bei denjenigen, die anfänglich als gering gefährdet für Herzerkrankungen galten."
Typ-2-Diabetes ist eine chronische Erkrankung, von der weltweit Millionen Menschen betroffen sind und die bekanntermaßen das Risiko für Herzerkrankungen erhöht. Statine wirken, indem sie die Cholesterinproduktion in der Leber hemmen und dadurch den Cholesterinspiegel im Blut senken. Hoher Cholesterinspiegel kann zur Bildung von Plaque in den Arterien führen und das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall erhöhen. Aktuelle Richtlinien empfehlen Statine in der Regel für Personen mit Typ-2-Diabetes, die andere Risikofaktoren für Herzerkrankungen aufweisen, wie z. B. Bluthochdruck oder eine Vorgeschichte des Rauchens.
Die Ergebnisse der Studie werfen Fragen zu den aktuellen Richtlinien auf und dazu, ob diese auf alle Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes ausgeweitet werden sollten, unabhängig von ihrem Risikoprofil. Einige Experten glauben, dass ein allgemeinerer Ansatz für die Statintherapie eine beträchtliche Anzahl von Herzereignissen verhindern und Leben retten könnte. Andere warnen jedoch davor, dass Statine, wie alle Medikamente, Nebenwirkungen haben können und dass die Entscheidung, sie zu verschreiben, auf individueller Basis unter Berücksichtigung des allgemeinen Gesundheitszustands und der Risikofaktoren des Patienten getroffen werden sollte. Die in der Studie berichteten Nebenwirkungen waren selten und im Allgemeinen mild.
Weitere Forschung ist erforderlich, um diese Ergebnisse zu bestätigen und den optimalen Ansatz für die Statintherapie bei Menschen mit Typ-2-Diabetes zu bestimmen. Laufende Studien untersuchen die langfristigen Auswirkungen von Statinen in verschiedenen Populationen und das Potenzial für personalisierte Behandlungsstrategien, die auf individuellen Risikofaktoren und genetischen Profilen basieren. Das American College of Physicians plant, diese Ergebnisse in aktualisierte klinische Leitlinien aufzunehmen, die voraussichtlich noch in diesem Jahr veröffentlicht werden.
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