Die Wahlen in Uganda waren landesweit von Verzögerungen aufgrund technischer und logistischer Probleme betroffen, die inmitten einer Internetsperre und verstärkter Einschränkungen der Aktivitäten der Opposition stattfanden. Wahllokale in Kampala, der Hauptstadt, und Jinja, einer Stadt im Osten Ugandas, blieben am Donnerstag fast zwei Stunden nach dem geplanten Beginn geschlossen.
Lokale Berichte deuteten darauf hin, dass einige Wahllokale keine Stimmzettel erhalten hatten und biometrische Geräte zur Überprüfung der Wähleridentität Fehlfunktionen aufwiesen. Diese Geräte, die den Wahlprozess rationalisieren und Betrug verhindern sollen, indem sie die Identität jedes Wählers digital mit einer nationalen Datenbank abgleichen, wiesen weit verbreitete Betriebsstörungen auf. Die Verzögerungen lösten Besorgnis bei den Wählern aus, die sich in den Wahllokalen versammelt hatten.
Die Wahl findet vor dem Hintergrund erhöhter politischer Spannungen statt, da der amtierende Präsident Yoweri Museveni seine fast 40-jährige Herrschaft ausweiten möchte. Der Wahlkampf im Vorfeld der Wahl war von Gewalt und Anschuldigungen der staatlichen Unterdrückung von Dissens geprägt. Die Internetsperre, die am Vorabend der Wahl verhängt wurde, weckte Bedenken hinsichtlich der Transparenz und der Fähigkeit der Bürger, auf Informationen zuzugreifen. Kritiker argumentieren, dass die Einschränkung des Internetzugangs die unabhängige Überwachung des Wahlprozesses behindert und die Fähigkeit der Wähler einschränkt, Informationen über potenzielle Unregelmäßigkeiten auszutauschen.
Das biometrische System zur Wählerverifizierung soll zwar die Integrität der Wahlen verbessern, ist aber auf eine stabile Stromversorgung und eine robuste Netzwerkkonnektivität angewiesen. Das Versagen dieser Geräte verdeutlicht die Herausforderungen bei der Implementierung von Technologie in Umgebungen mit unzuverlässiger Infrastruktur. Das Fehlen von Backup-Systemen und Notfallplänen verschärfte die Verzögerungen, so dass viele Wähler ihre Stimme nicht abgeben konnten.
Die Wahlkommission hat noch keine umfassende Erklärung zu den spezifischen Ursachen der technischen Ausfälle und den Maßnahmen zu deren Behebung abgegeben. Am Donnerstagnachmittag wurden Anstrengungen unternommen, um die restlichen Stimmzettel zu verteilen und defekte biometrische Geräte zu reparieren oder zu ersetzen. Das Ergebnis der Wahl wird voraussichtlich erhebliche Auswirkungen auf Ugandas politische Zukunft und seine Beziehungen zu internationalen Partnern haben.
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