Präsident Trump drohte am Donnerstag mit der Anwendung des Insurrection Act in Minnesota, um Proteste zu unterdrücken, die durch die tödliche Schussabgabe eines Agenten der Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) auf eine Frau in Minneapolis eine Woche zuvor ausgelöst wurden. Die auf Truth Social veröffentlichte Drohung führte Bedenken wegen "professioneller Agitatoren und Aufständischer" an, die ICE-Agenten angriffen.
Der Insurrection Act ist ein Bundesgesetz aus dem Jahr 1807, das den Präsidenten ermächtigt, US-Militärtruppen auf amerikanischem Boden einzusetzen, um zivile Unruhen, Aufstände oder Rebellionen zu unterdrücken. Trump erklärte, er werde das Gesetz in Kraft setzen, wenn die Politiker von Minnesota sich nicht "an das Gesetz halten" und die angeblichen Angriffe auf ICE-Agenten stoppen würden.
Die Proteste brachen nach dem Tod von Renee Macklin Good, 37, aus und verstärkten sich nach einem separaten Vorfall am Mittwochabend, bei dem ICE-Agenten in Minneapolis einem venezolanischen Einwanderer bei einem versuchten Haftbefehl ins Bein schossen. Diese Ereignisse schürten landesweite Demonstrationen gegen die Präsenz von ICE in Minnesota und im ganzen Land.
Der Insurrection Act wurde in der US-Geschichte nur selten angewendet. Rechtswissenschaftlern zufolge ist seine Anwendung im Allgemeinen Situationen vorbehalten, in denen staatliche und lokale Behörden nicht in der Lage oder nicht willens sind, die Ordnung aufrechtzuerhalten. Frühere Präsidenten, darunter Abraham Lincoln während des Bürgerkriegs und Dwight D. Eisenhower während der Bürgerrechtsbewegung, haben das Gesetz angewendet.
Kritiker argumentieren, dass die Anwendung des Insurrection Act eine Überschreitung der präsidialen Macht und eine unnötige Militarisierung der innerstaatlichen Strafverfolgung darstellen würde. Sie argumentieren, dass der Einsatz des Militärs gegen amerikanische Bürger die Spannungen verschärfen und die verfassungsmäßigen Rechte auf Protest untergraben könnte. Befürworter argumentieren jedoch, dass das Gesetz ein notwendiges Instrument für den Präsidenten darstellt, um Bundeseigentum zu schützen und die öffentliche Sicherheit in Extremsituationen zu gewährleisten.
Der Gouverneur von Minnesota hat noch nicht direkt auf Trumps Drohung reagiert. Rechtsexperten vermuten, dass jeder Versuch, den Insurrection Act anzuwenden, wahrscheinlich mit rechtlichen Anfechtungen konfrontiert wäre, die möglicherweise zu einem langwierigen Rechtsstreit über den Umfang der präsidialen Befugnisse führen würden. Die Situation ist weiterhin unübersichtlich, mit anhaltenden Protesten und erhöhten Spannungen zwischen Bundesbehörden und lokalen Gemeinschaften.
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