Laut aktuellen Ankündigungen chinesischer und US-amerikanischer Unternehmen, die eine Massenproduktion planen, stehen humanoide Roboter kurz vor einem bedeutenden Sprung in die kommerzielle Rentabilität. In den letzten fünf Jahren hat sich die Leistungsfähigkeit von Humanoiden deutlich verbessert, was auf Kostensenkungen bei Bauteilen sowie auf Fortschritte in der Batterietechnologie und bei Algorithmen der künstlichen Intelligenz zurückzuführen ist, die eine verbesserte Wahrnehmung und Autonomie ermöglichen.
UBTECH, ein chinesisches Unternehmen, gab im November bekannt, dass es die weltweit erste Massenauslieferung von humanoiden Robotern erreicht hat. Laut Yu Zheng, einem Robotikexperten und Vizedekan des UBTECH Research Institute in Shenzhen, wurden mehr als 1.000 Exemplare seines humanoiden Modells Walker S2 an Fabriken ausgeliefert, wobei der Einsatz für 2025 erwartet wird. Zheng beschrieb den Walker S2 als fähig zu autonomem und stabilem Gehen sowie zur Objektmanipulation, wies jedoch darauf hin, dass sich der Einsatz noch in der Anfangsphase befinde.
Das Potenzial von Humanoiden, Unternehmen in Bezug auf Zeit- oder Kosteneinsparungen konkrete Vorteile zu bringen, wird noch evaluiert. Zu den aktuellen Einschränkungen gehören eine Batterielaufzeit, die in Stunden gemessen wird, und die anhaltende Abhängigkeit von menschlichen Bedienern, die die Roboter in vielen Fällen fernsteuern, um Aufgaben auszuführen und gleichzeitig Daten zu sammeln. Dies spiegelt frühe Phasen der industriellen Automatisierung wider, die an die 1960er Jahre erinnern, als Roboterarme erstmals in Automobilmontagelinien eingesetzt wurden und zunächst nur sich wiederholende Schweißarbeiten unter enger Aufsicht ausführten.
Die Automobilindustrie experimentiert bereits mit humanoiden Robotern. Es laufen Versuche, um ihre Eignung für verschiedene Fertigungsprozesse zu beurteilen. Dies spiegelt die historische Entwicklung von Industrierobotern wider, die ihre Aufgaben im Laufe des technologischen Fortschritts schrittweise von einfachen, sich wiederholenden Aufgaben auf komplexere Operationen ausweiteten.
Die Fortschritte bei KI-Algorithmen sind entscheidend und liefern die "Gehirnleistung", damit diese Roboter ihre Umgebung wahrnehmen und autonome Entscheidungen treffen können. Dies stellt eine deutliche Verbesserung gegenüber früheren Robotergenerationen dar, die stark auf vorprogrammierte Anweisungen angewiesen waren. Inwieweit diese Roboter jedoch tatsächlich unabhängig und effizient in realen Szenarien arbeiten können, bleibt abzuwarten.
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