Der Schiedsrichter pfeift, aber das ist kein typisches Serie-A-Spiel. Diesmal ist das Schlachtfeld digital, die Spieler sind Activision Blizzard, und das gegnerische Team? Die italienische Wettbewerbsbehörde AGCM. Der Spielstand? Italien 2, Activision Blizzard 0, da das Land eine doppelte Untersuchung gegen den Gaming-Riesen wegen angeblich aggressiver Monetarisierungstaktiken in Diablo Immortal und Call of Duty Mobile einleitet.
Vergessen Sie das Gebrüll des Stadio Olimpico; die Spannung ist im digitalen Bereich spürbar. Die AGCM wirft Activision Blizzard vor, hinterlistige Strategien anzuwenden, die darauf abzielen, die Spieler an ihre Bildschirme zu fesseln und die Brieftaschen offen zu halten. Stellen Sie sich das wie ein digitales "Catenaccio" vor, aber anstatt ein Tor zu verteidigen, sollen sie Spieler angeblich in einem Kreislauf von In-Game-Käufen gefangen halten.
Der Kern des Problems liegt im Free-to-Play-Modell. Diese Spiele, die als kostenlose Einstiegspunkte beworben werden, sollen Spieler anlocken, bevor sie eine Flut von In-Game-Kaufaufforderungen auslösen. Es ist, als würde man einen Freistoß versprechen, nur um festzustellen, dass man für den Ball, das Netz und sogar das Recht, den Schuss auszuführen, bezahlen muss.
"Diese Praktiken... können Spieler als Konsumenten, einschließlich Minderjährige, beeinflussen und sie dazu bringen, erhebliche Beträge auszugeben", erklärte die AGCM und betonte das Potenzial für finanziellen Schaden. Stellen Sie sich einen jungen Fan vor, der unbedingt in den Rängen von Call of Duty Mobile aufsteigen möchte und sich gezwungen fühlt, über seine Verhältnisse zu leben, nur um mit der Konkurrenz mithalten zu können. Es ist ein Szenario, das Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen von Lootboxen und In-Game-Käufen hervorruft, eine Debatte, die seit Jahren in der Gaming-Welt tobt.
Dies ist nicht das erste Mal, dass ein Gaming-Riese wegen seiner Monetarisierungsmethoden in die Kritik gerät. EA beispielsweise sah sich wegen seiner Lootbox-Mechaniken in Spielen wie FIFA ähnlicher Kritik ausgesetzt, was Vergleiche mit Glücksspiel hervorrief. Die italienische Untersuchung geht jedoch noch einen Schritt weiter und konzentriert sich auf die potenzielle Manipulation des Spieldesigns, um Ausgaben zu fördern.
"Der Schlüssel liegt darin, zu verstehen, wie diese Spiele entwickelt wurden, um Verhaltensweisen auszunutzen", erklärt Dr. Elena Rossi, Professorin für Konsumentenpsychologie an der Universität Rom. "Der ständige Strom von Belohnungen, die Angst, etwas zu verpassen, die sorgfältig gestalteten virtuellen Währungssysteme – all das ist darauf ausgelegt, die Spieler zu fesseln und zum Ausgeben zu bewegen."
Activision Blizzard hat noch keine offizielle Erklärung abgegeben, aber der Druck steigt. Wenn das Unternehmen für schuldig befunden wird, drohen ihm hohe Geldstrafen und es könnte gezwungen sein, seine Monetarisierungsstrategien in Italien zu überarbeiten. Dies könnte ein Wendepunkt sein und möglicherweise einen Präzedenzfall für andere Länder schaffen, dem sie folgen könnten.
Der Schlusspfiff ist noch nicht ertönt, aber Italien hat Activision Blizzard sicherlich in die Defensive gedrängt. Ob diese Untersuchung zu einem faireren Spielfeld für Gamer führen wird, bleibt abzuwarten. Aber eines ist klar: Das Spiel läuft, und es steht viel auf dem Spiel.
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