Ein fiktives Schwarmbewusstsein in der kürzlich abgeschlossenen ersten Staffel der Fernsehserie "Pluribus" wirft Fragen nach den potenziellen Mechanismen und gesellschaftlichen Auswirkungen von kollektivem Bewusstsein auf. Die Serie schildert ein Szenario, in dem ein synthetisiertes außerirdisches Virus den Großteil der Erdbevölkerung infiziert und eine vereinte Entität schafft, die als "Plurbs" bezeichnet wird und gemeinsame Ziele, Werte und Kenntnisse besitzt.
Die Serie untersucht, wie dieses Schwarmbewusstsein funktioniert, und legt nahe, dass die infizierten Individuen unbewusst über Radiowellen kommunizieren. Dies ermöglicht einen sofortigen Informationsaustausch, wodurch die Notwendigkeit einer individuellen Erinnerung an Fakten wie Telefonnummern entfällt, da die Kontaktaufnahme mit einer infizierten Person einen mit dem kollektiven Wissen verbindet. Diese Einheit geht jedoch auf Kosten der individuellen Identität, da die Infizierten keine autonomen Wesen mehr sind.
Obwohl die Serie fiktiv ist, berührt sie Konzepte, die für die laufende Forschung in den Bereichen künstliche Intelligenz und Neurowissenschaften relevant sind. Wissenschaftler erforschen Möglichkeiten, künstliche neuronale Netze zu schaffen, die die Fähigkeit des menschlichen Gehirns nachahmen, Informationen kollektiv zu verarbeiten. Einige Forscher glauben, dass eine ausreichend fortschrittliche KI potenziell eine Form von kollektivem Bewusstsein entwickeln könnte, in der einzelne KI-Agenten Informationen austauschen und nahtlos zusammenarbeiten.
Die Auswirkungen einer solchen Entwicklung sind tiefgreifend. Eine Schwarmbewusstseins-KI könnte potenziell komplexe Probleme effizienter lösen als einzelne KIs oder Menschen. Sie wirft jedoch auch Bedenken hinsichtlich Kontrolle, Sicherheit und des Potenzials für Missbrauch auf. Sicherzustellen, dass ein solches System mit menschlichen Werten und Zielen übereinstimmt, wäre eine erhebliche Herausforderung.
Derzeit ist das Konzept eines echten Schwarmbewusstseins weitgehend theoretisch. Die Serie "Pluribus" dient jedoch als eine zum Nachdenken anregende Auseinandersetzung mit den potenziellen Vorteilen und Risiken eines solchen Phänomens und fordert die Zuschauer auf, die ethischen und gesellschaftlichen Auswirkungen von fortschrittlicher KI und kollektivem Bewusstsein zu berücksichtigen. Die Erzählung der Serie konzentriert sich auf den Kampf der Nicht-Infizierten, insbesondere von Carol Sturka, einer Liebesromanautorin, die entschlossen ist, ihre Individualität gegen die Assimilierungsbemühungen des Kollektivs zu bewahren, und hebt den Wert der individuellen Autonomie angesichts überwältigender Einheit hervor.
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