Die Polizei in Uganda wies Behauptungen zurück, dass Präsidentschaftskandidat Bobi Wine am Freitagabend entführt worden sei, während die Stimmauszählung inmitten eines Internetausfalls fortgesetzt wurde. Wines Partei, die National Unity Platform (NUP), behauptete, ein Hubschrauber sei an seiner Residenz in Kampala gelandet und habe ihn gewaltsam an einen unbekannten Ort gebracht.
Die widersprüchlichen Berichte sorgten zunächst für Verwirrung. Wines Sohn, Solomon Kampala, erklärte, beide Elternteile seien festgenommen worden, behauptete aber später, sein Vater sei "entkommen" und seine Mutter stehe weiterhin unter Hausarrest. Polizeisprecher Kituuma Rusoke erklärte auf einer Pressekonferenz am Samstagmorgen, dass Wine sich noch in seinem Haus in Kampala befinde, und beschuldigte Wines Familienmitglieder, "unwahre" und "unbegründete" Behauptungen zu verbreiten. Rusoke fügte hinzu, dass Wines Bewegungsfreiheit eingeschränkt sei.
Die neuesten Wahlergebnisse der Abstimmung vom Donnerstag, die auf den Ergebnissen von 94 % der Wahllokale basieren, zeigen Präsident Yoweri Museveni mit 72 % der Stimmen und Wine mit 24 %. Wine hat die Glaubwürdigkeit der Ergebnisse in Frage gestellt.
Die Wahl fand vor dem Hintergrund eines eingeschränkten Internetzugangs statt, eine Taktik, die bei afrikanischen Wahlen immer häufiger angewendet wird. Die ugandische Regierung hat Internetsperren zuvor als notwendig für Sicherheitszwecke verteidigt. Kritiker argumentieren jedoch, dass diese Sperren die Transparenz einschränken und abweichende Meinungen unterdrücken.
Museveni, der seit 1986 an der Macht ist, strebt eine sechste Amtszeit an. Wine, ein populärer Musiker und Politiker, hat sich zu seinem wichtigsten Herausforderer entwickelt, insbesondere bei jüngeren Wählern. Die Wahl war von Gewalt und Vorwürfen der Wahlmanipulation überschattet. Internationale Beobachter haben Bedenken hinsichtlich der Fairness des Wahlprozesses geäußert.
Die Lage bleibt angespannt, während die endgültigen Ergebnisse erwartet werden. Die NUP hat zu friedlichen Protesten gegen die angeblichen Unregelmäßigkeiten aufgerufen. Die Regierung hat vor ungesetzlichen Demonstrationen gewarnt.
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