Ein neues Gewichtsmanagementprogramm namens PATHWEIGH, das mit Hilfe eines Endokrinologen aus Colorado entwickelt wurde, zeigt vielversprechende Ergebnisse bei der Bekämpfung von Fettleibigkeit, indem es die Herangehensweise von Hausarztpraxen an diese Erkrankung verändert. Das Programm, das es Patienten ermöglicht, offen um Unterstützung beim Gewichtsmanagement zu bitten und Ärzten die Ressourcen zur Verfügung stellt, um ganze Besuche der Gewichtskontrolle zu widmen, wurde in einer groß angelegten, realen Studie getestet und zeigte die Fähigkeit, die Gewichtszunahme der Bevölkerung zu stoppen und den Zugang zur Behandlung von Fettleibigkeit zu verbessern.
Das PATHWEIGH-System weicht von den traditionellen, oft ineffektiven Ratschlägen ab, einfach weniger zu essen und sich mehr zu bewegen, und bietet stattdessen einen strukturierten Weg für Patienten, medizinische Unterstützung zu erhalten. Laut der University of Colorado School of Medicine sind Gesundheitssysteme in den Vereinigten Staaten nun dabei, das Programm nach dem Erfolg der Studie zu übernehmen.
Dr. Leigh Perreault, die Endokrinologin, die die Initiative mit vorangetrieben hat, hatte sich schon lange besorgt über den Standardansatz für das Gewichtsmanagement in der routinemäßigen medizinischen Versorgung geäußert. "Zu oft wurden Patienten mit dem gleichen Rat nach Hause geschickt, sich besser zu ernähren und mehr Sport zu treiben", bemerkte sie und betonte die Notwendigkeit eines umfassenderen und unterstützenden Systems.
Der Kern von PATHWEIGH liegt in seiner Fähigkeit, sich nahtlos in die hausärztliche Versorgung zu integrieren. Es bietet Ärzten spezifische Protokolle und Instrumente, um die gewichtsbedingten Gesundheitsrisiken eines Patienten zu beurteilen, Behandlungsoptionen zu besprechen und den Fortschritt zu überwachen. Dies umfasst Anleitungen zur Verschreibung von Medikamenten gegen Fettleibigkeit, zur Ernährungsberatung und zur Überweisung von Patienten an spezialisierte Programme, wenn dies erforderlich ist. Das Programm betont auch einen nicht wertenden Ansatz und fördert die offene Kommunikation zwischen Patienten und ihren Gesundheitsdienstleistern.
Die Studie, deren Details voraussichtlich im Laufe dieses Jahres in einer von Fachleuten begutachteten Zeitschrift veröffentlicht werden, umfasste mehrere Hausarztpraxen in ganz Colorado. Vorläufige Daten deuten darauf hin, dass PATHWEIGH nicht nur die typischerweise in diesen Populationen beobachtete allgemeine Gewichtszunahme stoppte, sondern auch die Anzahl der Patienten, die eine evidenzbasierte Behandlung von Fettleibigkeit erhielten, deutlich erhöhte.
Die Auswirkungen des Erfolgs von PATHWEIGH gehen über die individuellen Patientenergebnisse hinaus. Durch die Bekämpfung von Fettleibigkeit auf der Ebene der Primärversorgung hat das Programm das Potenzial, die Belastung des Gesundheitssystems durch fettleibigkeitsbedingte Krankheiten wie Typ-2-Diabetes, Herzkrankheiten und bestimmte Krebsarten zu verringern.
Während die University of Colorado School of Medicine die erste Einführung von PATHWEIGH leitet, untersuchen nun mehrere andere Institutionen Möglichkeiten, das Programm an ihre eigenen Gegebenheiten anzupassen und umzusetzen. Die Entwickler arbeiten auch an einer digitalen Plattform, um den Prozess weiter zu rationalisieren und die Patientenbeteiligung zu verbessern. Die nächsten Schritte umfassen die Erhebung weiterer Langzeitdaten über die Wirksamkeit und Kosteneffizienz des Programms sowie die Untersuchung seiner Anwendbarkeit auf verschiedene Bevölkerungsgruppen und Gesundheitseinrichtungen.
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