Jimmy Kimmel, Stephen Colbert und Trevor Noah könnten bald einen neuen, unwillkommenen Gast bei ihren Autorentreffen haben: die FCC. In einem Schritt, der die Late-Night-Landschaft in ihren Grundfesten erschüttert, droht die Federal Communications Commission, die nun scheinbar unter der Fuchtel des Trump-Loyalisten Brendan Carr steht, die Equal-Time-Regel zu entstauben und aggressiv durchzusetzen, was Comedy potenziell in ein politisches Minenfeld verwandeln könnte.
Seit Jahren operieren Late-Night-Talkshows unter einer komfortablen Übereinkunft: Interviews mit Präsidentschaftskandidaten waren im Allgemeinen von der Equal-Time-Regel ausgenommen, einer Vorschrift, die die Fairness in der politischen Berichterstattung gewährleisten soll. Diese Ausnahme erlaubte es den Moderatoren, sich auf freie Gespräche einzulassen, oft gespickt mit Humor und pointierten Fragen, ohne die Verpflichtung, jeder Randkandidaten mit einer Kampagnen-Website die gleiche Plattform zu bieten. Aber jetzt wird dieses Verständnis in Frage gestellt, und die Auswirkungen könnten weitreichend sein.
Die FCC hat unter Carrs Führung eine öffentliche Bekanntmachung herausgegeben, in der sie andeutet, dass die Ausnahme in Gefahr sein könnte. Diese "Leitlinie", wie die FCC sie nennt, warnt Fernsehsender im Wesentlichen davor, dass sie gegen Bundesgesetze verstoßen könnten, wenn sie einen Kandidaten gegenüber einem anderen "unfairerweise bevorzugen". Das Timing, so argumentieren Kritiker, ist kaum zufällig und fällt mit der laufenden Kampagne der Trump-Regierung gegen eine vermeintliche liberale Voreingenommenheit in den Medien zusammen.
"Es ist ein abschreckender Effekt, schlicht und einfach", sagt die Medienanalystin Sarah Miller. "Late-Night lebt von Satire und pointierten Kommentaren. Wenn jedes Interview mit einem Demokraten ein gleichwertiges Interview mit einem Republikaner erfordert, werden die Shows unweigerlich vorsichtiger, weniger provokant und letztendlich weniger unterhaltsam."
Die potenziellen Auswirkungen gehen über die Moderatoren selbst hinaus. Autoren, Produzenten und sogar Gäste könnten sich in einem neuen, politisch aufgeladenen Umfeld wiederfinden. Stellen Sie sich vor, ein Autor schlägt einen Witz über einen demokratischen Kandidaten vor, nur um die Antwort zu erhalten: "Das können wir nicht machen, wir haben noch keine gleichwertige Zeit mit einem Republikaner gebucht." Der kreative Prozess, der bereits ein empfindliches Gleichgewicht zwischen Witz und Relevanz darstellt, könnte in bürokratischem Hickhack versinken.
Dies ist nicht das erste Mal, dass Carr Late-Night ins Visier nimmt. Er hatte zuvor ABC unter Druck gesetzt, Jimmy Kimmel zu suspendieren, und Berichten zufolge ABCs "The View" mit der Equal-Time-Regel gedroht, was eine klare Absicht signalisiert, das einzuschränken, was er als liberale Voreingenommenheit wahrnimmt.
Die Frage ist nun, ob dies ein echter Versuch ist, Fairness zu gewährleisten, oder ein dünn verschleierter Versuch, abweichende Stimmen zum Schweigen zu bringen. Unabhängig davon hat der Schritt der FCC eine klare Botschaft gesendet: Die Ära relativ ungezügelter politischer Kommentare in der Late-Night könnte zu Ende gehen. Und für Zuschauer, die für eine Dosis Humor zu ihren Nachrichten einschalten, ist das keine Lachnummer. Die Zukunft der Late-Night, so scheint es, ist nun ein politischer Zankapfel.
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