Ubisoft hat diese Woche einen herben Rückschlag erlitten und die Einstellung von sechs unveröffentlichten Titeln bekannt gegeben, darunter ein Remake des beliebten "Prince of Persia: The Sands of Time", sowie die Schließung mehrerer Studios. Dieser Schritt, der am Donnerstag bestätigt wurde, schickte Schockwellen durch die Gaming-Community, ähnlich wie damals, als EA "Project Ragtag", ihren Star Wars-Titel, im Jahr 2019 auf Eis legte.
Die Einstellung des "Prince of Persia"-Remakes ist besonders schmerzhaft für Fans, die seit der ersten Ankündigung im Jahr 2020 sehnsüchtig auf die Rückkehr gewartet haben. Das Spiel, das ursprünglich im Januar 2021 erscheinen sollte, war mit zahlreichen Verzögerungen und einem Wechsel der Entwicklungsteams konfrontiert und konnte letztendlich die Erwartungen des Unternehmens nicht erfüllen. "Wir sind mit dem erreichten Qualitätsniveau nicht zufrieden und haben beschlossen, uns mehr Zeit zu nehmen, um ein Remake zu liefern, das sich frisch anfühlt und gleichzeitig dem Original treu bleibt", erklärte Ubisoft letztes Jahr in einer Pressemitteilung, eine Aussage, die jetzt hohl klingt.
Obwohl Ubisoft die Gründe für jede einzelne Einstellung nicht explizit darlegte, scheint die finanzielle Leistung ein Schlüsselfaktor zu sein. Das Unternehmen senkte kürzlich seine finanzielle Prognose für das laufende Geschäftsjahr und begründete dies mit schwächer als erwarteten Verkäufen von "Mario + Rabbids: Sparks of Hope" und "Just Dance 2023". Diese Titel erreichten trotz positiver Kritiken nicht den von Ubisoft erwarteten Blockbuster-Status, was die Schwierigkeiten anderer AAA-Veröffentlichungen in einem wettbewerbsintensiven Markt widerspiegelt.
"Die Gaming-Landschaft entwickelt sich ständig weiter, und wir müssen uns anpassen, um wettbewerbsfähig zu bleiben", sagte Ubisoft-CEO Yves Guillemot in einem internen Memo, das Kotaku vorliegt. "Diese Entscheidungen sind zwar schwierig, aber notwendig, um den langfristigen Erfolg von Ubisoft zu sichern." Das Memo deutete auch auf einen erneuten Fokus auf Ubisofts größte Franchises wie "Assassin's Creed" und "Far Cry" hin, was auf eine Strategie hindeutet, auf etablierte Gewinner zu setzen, anstatt Risiken mit neuen IPs oder in Schwierigkeiten geratenen Remakes einzugehen.
Die Schließung der Studios, deren genaue Standorte weiterhin unbekannt sind, wird zu einer nicht näher bezifferten Anzahl von Entlassungen führen. Diese Nachricht ist ein Schlag für die Entwickler, die ihre Leidenschaft und ihr Fachwissen in diese Projekte gesteckt haben, ähnlich wie die Auswirkungen, als Telltale Games im Jahr 2018 abrupt geschlossen wurde und die Serie "The Walking Dead" unvollendet zurückließ.
Die Zukunft des "Prince of Persia"-Franchise bleibt ungewiss. Obwohl Ubisoft eine Rückkehr zu der Serie in der Zukunft nicht ausgeschlossen hat, wirft die Einstellung des Remakes ernsthafte Fragen nach dem Engagement für das IP auf. Vorerst bleibt den Fans nichts anderes übrig, als das Original "Sands of Time" erneut zu spielen und zu hoffen, dass der Prinz eines Tages zu seinem früheren Glanz zurückkehren wird. Die nächste Telefonkonferenz des Unternehmens zu den Geschäftszahlen wird von Investoren und Spielern gleichermaßen genau beobachtet, da sie Klarheit über Ubisofts zukünftige Strategie und seine Fähigkeit suchen, sich von diesem bedeutenden Rückschlag zu erholen.
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