Jodeln, die Gesangstechnik, die durch schnelle und wiederholte Tonhöhenwechsel zwischen Brust- und Kopfstimme gekennzeichnet ist, wurde offiziell in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Die Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur gab die Bekanntgabe bekannt und würdigte das Jodeln als bedeutenden Ausdruck gemeinsamer kultureller Identität und als Zeugnis menschlicher Kreativität.
Die Aufnahme in die Liste unterstreicht die kulturelle Bedeutung des Jodelns, insbesondere in den Alpenregionen, wo es historisch als Kommunikationsmittel über Täler und bergiges Gelände diente. Über seine praktische Funktion hinaus hat sich das Jodeln zu einer gefeierten Kunstform entwickelt, die oft von traditionellen Instrumenten begleitet und auf Festivals und kulturellen Veranstaltungen aufgeführt wird.
"Jodeln ist mehr als nur eine Gesangstechnik; es ist eine kulturelle Praxis, die ein Gefühl von Gemeinschaft und Verbundenheit mit der Landschaft verkörpert", sagte Nadja Rass, Professorin für Jodeln und Leiterin des Fachbereichs Volksmusik an der Hochschule Luzern – Musik. Rass spielte eine Rolle bei der Befürwortung der Anerkennung des Jodelns durch die UNESCO.
Die Liste des immateriellen Kulturerbes zielt darauf ab, Traditionen und lebendige Ausdrucksformen zu schützen, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Dazu können mündliche Traditionen, darstellende Künste, soziale Praktiken, Rituale, festliche Ereignisse, Wissen und Praktiken in Bezug auf Natur und Universum sowie die Fähigkeiten zur Herstellung traditioneller Handwerke gehören. Mit der Aufnahme des Jodelns hofft die UNESCO, das Bewusstsein für seine kulturelle Bedeutung zu schärfen und seine Bewahrung für zukünftige Generationen zu gewährleisten.
Der Nominierungsprozess umfasste eine umfassende Dokumentation der Jodeltraditionen, einschließlich ihrer Geschichte, ihres sozialen Kontextes und der Fähigkeiten, die für ihre Ausübung erforderlich sind. Das Bewertungskomitee berücksichtigte die Rolle des Jodelns bei der Förderung des sozialen Zusammenhalts und seine Relevanz für die kulturelle Identität.
Während das Jodeln am stärksten mit den Alpenregionen verbunden ist, finden sich Variationen der Technik in anderen Teilen der Welt, was seine Anpassungsfähigkeit und seine vielfältigen kulturellen Ausdrucksformen widerspiegelt. Die UNESCO-Auszeichnung würdigt die universelle Anziehungskraft des Jodelns als eine Form des menschlichen Ausdrucks und sein Potenzial, kulturelle Gräben zu überbrücken. Es wird erwartet, dass die Anerkennung weitere Forschung, Dokumentation und Förderung der Jodeltraditionen weltweit anregen wird.
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