Die erste Zusammenarbeit von Lego mit Pokémon, die Anfang des Jahres angekündigt wurde, wirft aufgrund ihrer ausschließlichen Ausrichtung auf erwachsene Sammler Fragen auf. Die erste Markteinführung umfasst drei Sets, die alle ab 18 Jahren freigegeben sind, wodurch jüngere Fans und solche mit kleinerem Budget effektiv ausgeschlossen werden.
Die Kollektion beginnt mit einem 587-teiligen Evoli-Modell zum Preis von 60 Dollar. Pikachu, das Maskottchen von Pokémon, ist in einem 2.050-teiligen Set mit einem Pokéball enthalten, das zu einem empfohlenen Verkaufspreis von 200 Dollar angeboten wird. Die Preisstrategie signalisiert eine klare Ausrichtung auf den Markt der "Adult Fan of Lego" (AFOL), eine Zielgruppe, die dafür bekannt ist, dass sie bereit ist, erhebliche Summen für komplexe und vorzeigbare Sets auszugeben.
Die Partnerschaft von Lego mit The Pokémon Company, die erstmals im März 2025 bekannt gegeben wurde, war angesichts der breiten Anziehungskraft von Pokémon über alle Altersgruppen hinweg mit großer Spannung erwartet worden. Seit seinem Debüt im Jahr 1996 ist Pokémon ein kulturelles Phänomen geblieben, das Kinder und Erwachsene gleichermaßen in seinen Bann zieht. Die Entscheidung, mit ausschließlich auf Erwachsene ausgerichteten Sets zu starten, weicht jedoch von der traditionell integrativen Natur der Marke ab.
Branchenanalysten vermuten, dass die Strategie von Lego einen breiteren Trend auf dem Spielzeugmarkt widerspiegelt, wo die Hersteller zunehmend erwachsene Sammler mit High-End-Produkten bedienen. Dieser Trend wird durch den Nostalgiefaktor und das verfügbare Einkommen von Erwachsenen angetrieben, die mit diesen Marken aufgewachsen sind. "Es gibt einen bedeutenden Markt für Sammlerstücke für Erwachsene", sagte Emily Carter, eine Spielzeugindustrieanalystin bei Market Research Group. "Diese Konsumenten sind bereit, einen Aufpreis für Artikel zu zahlen, die Kindheitserinnerungen wecken und ein anspruchsvolles Bauerlebnis bieten."
Die Entscheidung hat unter den Fans eine Debatte ausgelöst, wobei einige ihre Enttäuschung darüber äußern, dass die erste Linie für jüngere Baumeister nicht zugänglich ist. Andere argumentieren, dass die Fokussierung auf den AFOL-Markt es Lego ermöglicht, komplexere und detailliertere Modelle zu entwickeln, die für jüngere Zielgruppen nicht realisierbar wären.
Die langfristigen Auswirkungen dieser Strategie bleiben abzuwarten. Während die erste Markteinführung auf erwachsene Sammler abzielt, könnten zukünftige Veröffentlichungen möglicherweise Sets für jüngere Pokémon-Fans beinhalten. Lego hat sich noch nicht zu Plänen für zukünftige Pokémon-Sets über die ersten drei hinaus geäußert.
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