General Mamady Doumbouya, der 2021 einen Putsch in Guinea anführte, hat die am Sonntag abgehaltenen Präsidentschaftswahlen mit über 80 Prozent der Stimmen gewonnen, wie am Mittwoch von einer regierungsnahen Behörde veröffentlichte vorläufige Ergebnisse zeigen. Die Wahl sollte seine Herrschaft legitimieren, nachdem er vor mehr als vier Jahren die Macht ergriffen hatte.
Die Wahl fand statt, nachdem General Doumbouya die unabhängige Stelle, die für die Durchführung von Wahlen zuständig war, aufgelöst und wichtigen Gegnern die Teilnahme verboten hatte. Abdoulaye Yéro Baldé, der als der stärkste der acht zugelassenen Kandidaten gilt, erklärte am Mittwoch, dass er ein Anwaltsteam zusammenstellt, um die Ergebnisse vor Gericht anzufechten. Baldé, der 6 Prozent der Stimmen erhielt, beschuldigte die Regierung Doumbouya des Betrugs und der Wählermitigation. "Die Marge ist wirklich riesig", sagte Baldé.
Doumbouya kam nach einem Militärputsch im September 2021 an die Macht und stürzte den damaligen Präsidenten Alpha Condé. Der Putsch ereignete sich, nachdem Condé die Verfassung geändert hatte, um sich für eine dritte Amtszeit zur Wahl zu stellen, ein Schritt, der weit verbreitete Proteste und Vorwürfe des Autoritarismus auslöste. Doumbouya, ein ehemaliger französischer Legionär, versprach, einen Übergang zu einer zivilen Regierung zu beaufsichtigen.
Mindestens drei Oppositionspolitiker haben öffentlich ihre Niederlage eingestanden. Baldés Anfechtung wirft jedoch Fragen nach der Fairness und Glaubwürdigkeit der Wahl auf. Internationale Beobachter haben ihre Erkenntnisse zum Wahlprozess noch nicht veröffentlicht. Die Regierungsbehörde, die die Wahl überwachte, wurde von Doumbouya selbst eingerichtet, was Bedenken hinsichtlich ihrer Unparteilichkeit aufwirft. Das Verbot führender Oppositionskandidaten schürte die Kritik am Wahlprozess zusätzlich. Die von Baldé eingelegte Klage wird voraussichtlich in den kommenden Tagen verhandelt.
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