Armut und Arbeitslosigkeit sind im Gazastreifen nach dem jüngsten Krieg Israels stark angestiegen, wodurch Hunderttausende ohne Arbeit dastehen und Schwierigkeiten haben, für ihre Familien zu sorgen. Der Konflikt, der kürzlich zu Ende ging, verschärfte die ohnehin schon prekären wirtschaftlichen Bedingungen in der Region, vertrieb Familien und zerstörte die Infrastruktur.
Alaa Alzanin, ein 41-jähriger Tagelöhner, gehört zu denjenigen, die ihre Existenzgrundlage verloren haben. Alzanin, der während des Krieges achtmal vertrieben wurde, lebt nun zusammen mit seiner Frau, seinen fünf Kindern, seiner 71-jährigen Mutter und seiner jüngeren Schwester in einem kleinen Zelt in einer von den Vereinten Nationen betriebenen Schule im Zentrum von Gaza-Stadt. "Jetzt habe ich keine Arbeit, ich kann meine Familie nicht versorgen", sagte Alzanin gegenüber Al Jazeera und erklärte, dass er zuvor im Infrastruktur- und Landwirtschaftsbereich gearbeitet und 40-50 Schekel (13-15 Dollar) pro Tag verdient habe. Er schilderte seine früheren Tätigkeiten, zu denen das Öffnen von Wasserkanälen, das Pflügen, das Versprühen von Pestiziden und das Anpflanzen von Feldfrüchten gehörten.
Der Gazastreifen, ein Gebiet mit etwa zwei Millionen Einwohnern, ist seit Jahren mit erheblichen wirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert, die durch wiederholte Konflikte und eine von Israel und Ägypten seit 2007 nach der Machtübernahme der Hamas verhängte Blockade noch verstärkt werden. Die Blockade hat die Bewegung von Gütern und Personen stark eingeschränkt, die lokale Wirtschaft lahmgelegt und den Zugang zu lebensnotwendigen Ressourcen begrenzt. Vor dem jüngsten Konflikt gehörten die Arbeitslosenquoten in Gaza bereits zu den höchsten der Welt, insbesondere unter jungen Menschen.
Die Vereinten Nationen und verschiedene internationale Hilfsorganisationen haben wiederholt vor der sich verschlechternden humanitären Lage in Gaza gewarnt und einen besseren Zugang sowie die Aufhebung von Beschränkungen gefordert, um den Wiederaufbau und die wirtschaftliche Erholung zu ermöglichen. Die internationale Gemeinschaft hat finanzielle Unterstützung und Hilfsprogramme bereitgestellt, aber diese Bemühungen haben nicht ausgereicht, um das Ausmaß der Krise zu bewältigen. Die langfristigen Auswirkungen des jüngsten Krieges auf die Wirtschaft und das soziale Gefüge Gazas sind noch nicht abzusehen, aber die unmittelbaren Folgen sind in den steigenden Armuts- und Arbeitslosenzahlen deutlich erkennbar. Auch die Familie von Majed Hamouda gehört zu den Vertriebenen und lebt nun in einem Klassenzimmer in Gaza-Stadt, was die weitverbreitete Vertreibung durch den Konflikt verdeutlicht.
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