Die nächtlichen Angriffe auf Venezuela, die Entführung seines Staatsoberhauptes, Nicolás Maduro, und seiner Frau, sowie die Erklärung von Präsident Donald Trump, dass die USA das Land führen und sein Öl verkaufen würden, sind weithin als eklatanter Verstoß gegen das Völkerrecht und globale Normen verurteilt worden. Die Aktionen, die sich Anfang 2026 ereigneten, haben internationale Empörung ausgelöst und laut Analysten Bedenken hinsichtlich der zunehmenden "Putinisierung" der US-amerikanischen Außenpolitik geweckt.
Die US-Militäraktion gegen Venezuela folgte einer Periode eskalierender Spannungen zwischen Washington und Caracas, die von US-Vorwürfen der Korruption, Menschenrechtsverletzungen und antidemokratischen Praktiken unter Maduros Führung geprägt war. Die Trump-Regierung hatte zuvor Sanktionen gegen venezolanische Beamte und Organisationen verhängt, um Maduro zum Rücktritt zu bewegen. Die militärische Intervention stellt jedoch eine erhebliche Eskalation der US-Politik dar.
"Trump fährt seit seinem Amtsantritt vor fast einem Jahr mit Konvois von Bulldozern durch das Völkerrecht, und jetzt ist es größtenteils Trümmer", schrieb Julian Borger, leitender internationaler Korrespondent, in einer Analyse nach den Ereignissen.
Der Begriff "Putinisierung" bezieht sich auf eine wahrgenommene Verschiebung hin zu einem selbstbewussteren und unilateraleren Ansatz in der Außenpolitik, der an die Aktionen des russischen Präsidenten Wladimir Putin auf der internationalen Bühne erinnert. Kritiker argumentieren, dass die US-Intervention in Venezuela Russlands Interventionen in Ländern wie der Ukraine und Georgien widerspiegelt, wo Moskau beschuldigt wurde, das Völkerrecht zu verletzen und die Souveränität der Nachbarstaaten zu untergraben.
Die venezolanische Regierung hat die US-Aktionen als einen Akt der Aggression und eine Verletzung ihrer Souveränität verurteilt. Maduro forderte vor seiner Entführung die internationale Gemeinschaft auf, die US-Intervention zu verurteilen und Venezuelas Recht auf Selbstbestimmung zu unterstützen.
Die Reaktion der internationalen Gemeinschaft ist gemischt. Einige Länder, insbesondere solche, die mit den USA verbündet sind, haben ihre Unterstützung für die Intervention zum Ausdruck gebracht und argumentiert, dass sie notwendig sei, um Demokratie und Stabilität in Venezuela wiederherzustellen. Andere, darunter Russland und China, haben die US-Aktionen aufs Schärfste als Verletzung des Völkerrechts und als Bedrohung des Weltfriedens und der Sicherheit verurteilt.
Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen berief eine Dringlichkeitssitzung ein, um die Situation in Venezuela zu erörtern, aber es bleibt unklar, ob der Rat in der Lage sein wird, einen Konsens über ein Vorgehen zu erzielen. Die USA haben im Sicherheitsrat ein Vetorecht, das jede Resolution verhindern könnte, die ihre Aktionen verurteilt.
Die Zukunft Venezuelas bleibt ungewiss. Die USA haben ihre Absicht erklärt, eine Übergangsregierung einzusetzen und Neuwahlen zu überwachen. Es ist jedoch unklar, wie lange die US-Militärpräsenz in Venezuela andauern wird und welche Rolle sie in der politischen Zukunft des Landes spielen wird. Die Intervention hat ernste Fragen über die Zukunft der US-amerikanischen Außenpolitik und die Rolle des Völkerrechts im 21. Jahrhundert aufgeworfen.
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