Ein Wandel in den Social-Media-Trends, insbesondere der Rückgang von "Boyfriend Pics", verändert subtil die Influencer-Marketing-Landschaft und beeinflusst Marken, die einst auf die Darstellung traditioneller heterosexueller Beziehungen setzten.
Der Trend, der erstmals von der freiberuflichen Autorin Chanté Joseph beobachtet wurde, zeigte einen deutlichen Rückgang der Häufigkeit, mit der Frauen ihre Freunde in Online-Inhalten prominent präsentierten. Diese scheinbar oberflächliche Veränderung hat finanzielle Auswirkungen. Die Engagement-Raten bei Posts mit romantischen Partnern sanken laut dem Datenanalyseunternehmen SocialPulse um durchschnittlich 15 % auf verschiedenen Plattformen. Dieser Rückgang wirkt sich direkt auf das Verdienstpotenzial von Influencern aus, da Marken oft Accounts mit hohem Engagement priorisieren.
Die Marktauswirkungen zeigen sich in den sich entwickelnden Strategien von Lifestyle- und Modemarken. Unternehmen, die zuvor einen erheblichen Teil ihres Marketingbudgets für Influencer bereitstellten, die idealisierte heterosexuelle Beziehungen präsentierten, diversifizieren nun ihre Kampagnen. Einige verlagern sich hin zu Solo-Influencer-Inhalten oder Kooperationen, die weibliche Selbstbestimmung und individuelle Leistungen betonen und damit eine breitere kulturelle Abkehr von der Definition von Frauen allein durch ihre Beziehungen widerspiegeln.
Die Influencer-Marketing-Branche, die im Jahr 2022 auf schätzungsweise 16,4 Milliarden US-Dollar geschätzt wurde, war schon immer anfällig für Veränderungen in der kulturellen Stimmung. Der Aufstieg der "Boyfriend Pics" war selbst ein Trend, den Marken nutzten, um ihre Produkte mit erstrebenswerten Beziehungszielen zu assoziieren. Der aktuelle Trend deutet jedoch auf eine wachsende Konsumentenpräferenz für Authentizität und Individualität gegenüber traditionellen Beziehungsnarrativen hin.
Mit Blick auf die Zukunft müssen sich Marken und Influencer an diese sich entwickelnde Landschaft anpassen. Der Fokus wird sich wahrscheinlich auf Inhalte verlagern, die persönliches Wachstum, vielfältige Erfahrungen und individuelle Identitäten feiern. Unternehmen, die diesen kulturellen Wandel nicht erkennen und darauf reagieren, riskieren, einen erheblichen Teil ihrer Zielgruppe zu verprellen und Marktanteile an Marken zu verlieren, die einen integrativeren und differenzierteren Ansatz für das Influencer-Marketing verfolgen.
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