Eine Verschiebung im Online-Verhalten, insbesondere der Rückgang von Freund-Bildern in den sozialen Medien, verändert subtil die Landschaft des Influencer-Marketings und beeinflusst potenziell Marken, die sich an heterosexuelle Paare richten.
Der Trend, der von der freiberuflichen Autorin Chanté Joseph in einem viralen Vogue-Artikel hervorgehoben wurde, deutet auf eine Neukalibrierung der Personal-Branding-Strategien von Frauen im Internet hin. Wo einst Bilder von romantischen Partnerschaften eine wertvolle soziale Währung waren, sind sie nun zunehmend abwesend, abgeschnitten oder verdeckt. Diese scheinbar oberflächliche Veränderung hat spürbare Auswirkungen auf Unternehmen. Die Engagement-Raten bei Posts mit männlichen Partnern sind im letzten Quartal 2025 plattformübergreifend um durchschnittlich 15 % gesunken, wie Daten des Social-Media-Analyseunternehmens TrendTracker zeigen. Dieser Rückgang wirkt sich direkt auf den ROI von Influencern aus, die zuvor ihre Beziehungen zur Bewerbung von Produkten und Dienstleistungen genutzt haben.
Die Marktauswirkungen sind am stärksten bei Unternehmen zu spüren, die auf Influencer-Marketing angewiesen sind, um weibliche Konsumenten durch die Darstellung von erstrebenswerten Beziehungen zu erreichen. So bewerten beispielsweise Marken in den Bereichen Reisen, Lifestyle und Mode, die in ihren Kampagnen oft Paare zeigen, ihre Strategien neu. Einige verlagern sich auf Solo-Frauenreisen oder konzentrieren sich auf platonische Freundschaften, was die sich entwickelnde Online-Ästhetik widerspiegelt. Auch die Hochzeitsbranche, ein Multimilliarden-Dollar-Markt, könnte indirekte Auswirkungen erfahren, wenn der wahrgenommene Wert der Zurschaustellung traditioneller Zweisamkeit sinkt.
Der Aufstieg des "Girlboss" und die zunehmende Betonung der weiblichen Selbstbestimmung im Internet haben zu dieser Verschiebung beigetragen. Frauen priorisieren ihre individuellen Identitäten und Leistungen, und ihre Online-Präsenz spiegelt dies wider. Der Fokus hat sich davon wegbewegt, sich über ihre Beziehungen zu definieren, und hin zur Zurschaustellung ihrer persönlichen Leistungen und Interessen. Dieser kulturelle Kontext ist entscheidend für das Verständnis der geschäftlichen Auswirkungen.
Mit Blick auf die Zukunft müssen sich Marken und Influencer an diese sich entwickelnde Landschaft anpassen. Authentizität und individueller Ausdruck werden für die Konsumenten immer wichtiger. Unternehmen, die ihre Marketingstrategien an diesen Werten ausrichten können, werden am besten positioniert sein, um erfolgreich zu sein. Die Zukunft des Influencer-Marketings könnte darin liegen, individuelle Leistungen und vielfältige Erfahrungen zu feiern, anstatt sich auf traditionelle Darstellungen heterosexueller Beziehungen zu verlassen.
Discussion
Join the conversation
Be the first to comment