Trump und Maduro tanzen zusammen



Wir schreiben das Jahr 2026. Schlagzeilen schreien von einer waghalsigen US-Operation: die Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro und seiner Frau wegen Drogenhandels und Narco-Terrorismus. Während die Welt mit dem geopolitischen Erdbeben ringt, taucht eine vertraute Frage wieder auf: Geht es hier um Öl? Präsident Trump selbst schürte die Spekulationen und deutete strategische Interessen an Venezuelas riesigen Erdölreserven an. Aber die Wahrheit ist, wie das Rohöl selbst, weitaus komplexer, eine Geschichte, die sich über ein Jahrhundert erstreckt und von Ehrgeiz, Ausbeutung und dem allgegenwärtigen Schatten des schwarzen Goldes durchzogen ist.
Amerikas Faszination für venezolanisches Öl begann im frühen 20. Jahrhundert, einer Zeit, in der der Verbrennungsmotor die Gesellschaft veränderte und die Nachfrage nach Benzin explodierte. Venezuela, das auf einigen der größten Ölvorkommen der Welt sitzt, wurde zu einem unwiderstehlichen Ziel für amerikanische Ölkonzerne. Das Land bot billige Arbeitskräfte, lasche Vorschriften und eine Regierung, die sich eifrig modernisieren wollte, was es zu einem lukrativen Spielplatz für Unternehmen wie Standard Oil und Gulf machte.
Die ersten Boomjahre waren von einem krassen Ungleichgewicht der Kräfte geprägt. Amerikanische Unternehmen förderten riesige Mengen Öl und erzielten enorme Gewinne, während Venezuela nur einen geringen Teil an Lizenzgebühren erhielt. Diese Ausbeutung schürte Ressentiments und säte den Samen für zukünftige Verstaatlichungsbestrebungen. Das venezolanische Volk sah zu, wie seine natürlichen Ressourcen ausländische Konzerne bereicherten, während es mit Armut und Ungleichheit zu kämpfen hatte.
Die Erzählung verlagerte sich in den 1970er Jahren mit dem Aufstieg der OPEC und einem wachsenden Nationalstolz in Venezuela. Präsident Carlos Andrés Pérez verstaatlichte 1976 die Ölindustrie und gründete Petróleos de Venezuela SA (PDVSA). Dieser Schritt wurde als Sieg für die nationale Souveränität gefeiert, als eine Rückforderung des venezolanischen Naturreichtums für sein Volk. Die Verstaatlichung brachte jedoch auch ihre eigenen Herausforderungen mit sich, darunter Misswirtschaft, Korruption und eine Abhängigkeit von Öleinnahmen, die die Diversifizierung der Wirtschaft behinderte.
Das 21. Jahrhundert hat in Venezuela eine Achterbahnfahrt der Ereignisse erlebt, von der sozialistischen Revolution Hugo Chávez' bis zum wirtschaftlichen Zusammenbruch unter Nicolás Maduro. Die Beziehungen zwischen den USA und Venezuela haben sich verschlechtert, gekennzeichnet durch Sanktionen, Vorwürfe der Einmischung und nun die beispiellose Gefangennahme eines amtierenden Präsidenten. Trotz allem ist Öl ein zentraler, wenn auch oft unausgesprochener Faktor geblieben.
"Die USA haben Venezuela immer durch die Linse seiner Ölreserven betrachtet", erklärt Dr. Isabella Rodriguez, Professorin für Lateinamerikastudien. "Es ist ein strategischer Vermögenswert, und Washington hat konsequent versucht, den Zugang dazu zu gewährleisten, unabhängig vom politischen Regime an der Macht."
Die jüngsten Ereignisse werfen tiefgreifende Fragen über die Zukunft der Beziehungen zwischen den USA und Venezuela und die Rolle des Öls bei der Gestaltung geopolitischer Ergebnisse auf. Wird die US-Intervention zu einem stabileren und demokratischeren Venezuela führen, oder wird sie die Region weiter destabilisieren und die bestehenden Spannungen verschärfen? Die Antwort ist, wie die Geschichte des jahrhundertelangen Interesses Amerikas an venezolanischem Öl, wahrscheinlich komplex und vielschichtig, eine Geschichte, die sich weiterentwickelt.
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