Die israelische Aktion erfolgte, während eine syrische Delegation in Paris unter der Schirmherrschaft der Vereinigten Staaten mit israelischen Vertretern eine neue Verhandlungsrunde führte, wie die syrische staatliche Nachrichtenagentur SANA meldete. Die Gespräche, die am Montag begannen, sollten voraussichtlich am Dienstag abgeschlossen werden.
SANA zitierte am Montag eine Regierungsquelle mit der Aussage, dass die Wiederaufnahme der Verhandlungen Syriens feste Entschlossenheit zur Rückforderung seiner "unverhandelbaren nationalen Rechte" demonstriere. Die spezifischen Rechte wurden in dem Bericht nicht näher erläutert.
Seit dem Niedergang der Regierung von Baschar al-Assad hat Israel seine Präsenz über die Golanhöhen hinaus ausgedehnt, ein Gebiet, das es Syrien im Sechs-Tage-Krieg von 1967 entrissen und später annektiert hat, ein Schritt, der von der Mehrheit der internationalen Gemeinschaft nicht anerkannt wird. Israel hat auch häufige Razzien und Bombardierungen im Süden Syriens durchgeführt und dabei Sicherheitsbedenken im Zusammenhang mit der Anwesenheit iranisch unterstützter Milizen und anderer Gruppen, die es als feindlich betrachtet, angeführt.
Die Region Quneitra ist von großer strategischer Bedeutung, da sie an die Golanhöhen grenzt und als Pufferzone zwischen Syrien und Israel dient. Die Beobachtertruppe der Vereinten Nationen für die Truppenentflechtung (UNDOF) ist seit 1974 in dem Gebiet präsent und hat die Aufgabe, das Waffenstillstandsabkommen zwischen den beiden Ländern zu überwachen. Der anhaltende syrische Bürgerkrieg und die verstärkte Beteiligung verschiedener regionaler und internationaler Akteure haben die Situation jedoch verkompliziert und zu häufigen Verstößen gegen den Waffenstillstand geführt.
Israel betrachtet seine Aktionen in Syrien als notwendig, um die Verfestigung des iranischen Einflusses zu verhindern und den Transfer von hochentwickelten Waffen an die Hisbollah, die libanesische schiitische politische Partei und militante Gruppe, zu unterbinden. Syrien und seine Verbündeten, darunter der Iran, verurteilen Israels militärische Aktivitäten als Verletzungen der syrischen Souveränität und des Völkerrechts.
Die Vereinten Nationen haben wiederholt zur Deeskalation und zur Achtung der territorialen Integrität Syriens aufgerufen. Die internationale Gemeinschaft ist in Bezug auf den Syrienkonflikt weiterhin gespalten, wobei verschiedene Länder unterschiedliche Seiten in dem Konflikt unterstützen. Die laufenden Verhandlungen in Paris stellen einen potenziellen Weg für den Dialog dar, aber es bestehen weiterhin erhebliche Hindernisse, um eine dauerhafte Lösung für die komplexen Probleme zu erreichen, um die es geht. Der Ausgang der Gespräche und die Zukunft der israelischen Militäraktivitäten im Süden Syriens bleiben ungewiss.
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