Laut einem Bericht finanziert der Handel mit Gummi arabicum, einem Rohstoff, der in einer Vielzahl von Konsumgütern verwendet wird, die paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) im andauernden Konflikt im Sudan. Die RSF nutzt die Kontrolle über wichtige Anbaugebiete von Gummi arabicum, um Einnahmen zu generieren. Dies geht aus einem Bericht hervor, der am 6. Januar 2026 veröffentlicht wurde.
Gummi arabicum, das aus dem Akazienbaum Acacia senegal gewonnen wird, der in ganz Zentralafrika verbreitet ist, ist ein wichtiger Bestandteil in zahlreichen Industrien. Das Harz, das zu einem Pulver verarbeitet wird, wirkt als Emulgator und Bindemittel in Produkten, die von Erfrischungsgetränken und Eiscreme bis hin zu Klebstoffen und Kosmetika reichen. Es wird auf den Zutatenlisten oft als Gummi arabicum, Akaziengummi, E414 oder I414 aufgeführt.
Die globale Nachfrage nach Gummi arabicum ist beträchtlich. Internationale Konzerne importierten im Jahr 2024 etwa 200.000 Tonnen, was einem Marktwert von fast 300 Millionen Dollar entspricht. Seine Bedeutung ist so groß, dass Gummi arabicum selbst während der US-Sanktionen gegen den Sudan in den 1990er Jahren aufgrund seiner Unentbehrlichkeit ausgenommen war.
Der aktuelle Konflikt hat den Handel mit Gummi arabicum gestört und Möglichkeiten für die RSF geschaffen, die Ressource für finanzielle Zwecke auszubeuten. Durch die Kontrolle der Produktionszonen ist die paramilitärische Gruppe in der Lage, die Ware zu schmuggeln und mit dem Erlös ihre Kriegsanstrengungen zu finanzieren.
Die Situation wirft Bedenken hinsichtlich der möglichen Verlängerung des Konflikts und der Auswirkungen auf die internationalen Lieferketten auf. Die Abhängigkeit zahlreicher Industrien von Gummi arabicum bedeutet, dass Unterbrechungen der Versorgung weitreichende wirtschaftliche Folgen haben könnten.
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