Sechs europäische Verbündete haben Dänemark ihre Unterstützung zugesagt, als Reaktion auf erneute Behauptungen der Vereinigten Staaten bezüglich der Notwendigkeit, Grönland zu kontrollieren. Die gemeinsame Erklärung, die am Dienstag veröffentlicht wurde, umfasste die Staats- und Regierungschefs von Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien, Polen, Spanien und Dänemark und betonte, dass "Grönland seinem Volk gehört und nur Dänemark und Grönland über Angelegenheiten entscheiden können, die ihre Beziehungen betreffen".
Die diplomatische Unterstützung folgt auf Kommentare des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump vom Sonntag, der erklärte, die USA "brauchten" Grönland aus Gründen der nationalen Sicherheit. Trump schloss den potenziellen Einsatz von Gewalt zur Aneignung des Territoriums nicht aus, einer halbautonomen Region innerhalb des Königreichs Dänemark und ebenfalls Mitglied der Nordatlantikpakt-Organisation (NATO). Die dänische Premierministerin Mette Frederiksen reagierte am Montag und warnte, dass ein US-Angriff auf Grönland das NATO-Bündnis faktisch auflösen würde.
Die NATO, die 1949 gegründet wurde, ist ein transatlantisches Militärbündnis, das auf dem Prinzip der kollektiven Verteidigung basiert, bei dem ein Angriff auf ein Mitglied als Angriff auf alle betrachtet wird. Der Hauptzweck des Bündnisses ist es, die Freiheit und Sicherheit seiner Mitglieder mit politischen und militärischen Mitteln zu gewährleisten.
Der erneute Fokus auf die strategische Bedeutung Grönlands entstand nach der US-Militärintervention in Venezuela, wo Elitetruppen Berichten zufolge versuchten, Präsident Nicolás Maduro festzunehmen, damit er sich in New York wegen Drogen- und Waffenhandels verantworten muss. Diese Aktion hat international Bedenken hinsichtlich des Potenzials für einseitige Militäraktionen der USA geweckt.
Grönland, die größte Insel der Welt, hat aufgrund ihrer strategischen Lage zwischen Nordamerika und Europa sowie ihrer reichen natürlichen Ressourcen, einschließlich seltener Erdmineralien, einen erheblichen geopolitischen Wert. Das Schmelzen der grönländischen Eisschilde, eine Folge des Klimawandels, hat auch die Zugänglichkeit zu diesen Ressourcen und potenziellen Schifffahrtsrouten erhöht, was ihre strategische Bedeutung weiter verstärkt.
Das Interesse der Vereinigten Staaten an Grönland reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück, und 1946 boten die USA Dänemark 100 Millionen Dollar für den Kauf der Insel an. Die USA unterhalten derzeit eine Militärpräsenz in Grönland auf der Thule Air Base, einer wichtigen Radarstation zur Frühwarnung.
Die dänische Regierung hat stets betont, dass die Zukunft Grönlands eine Angelegenheit ist, über die Dänemark und Grönland allein entscheiden müssen. Grönland erlangte 2009 eine größere Autonomie von Dänemark, und während Dänemark die Außen- und Verteidigungspolitik regelt, kontrolliert die grönländische Regierung die meisten anderen Bereiche. Der aktuelle Stand der Gespräche zwischen den beteiligten Parteien bleibt unklar, aber die einheitliche Haltung wichtiger europäischer Verbündeter unterstreicht die internationale Bedeutung der Souveränität Grönlands und die Bedeutung diplomatischer Lösungen.
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