Ein Richter des U.S. District Court wies die Einwände von OpenAI zurück und zwang das Unternehmen, Nachrichtenorganisationen Zugang zu 20 Millionen ChatGPT-Protokollen für eine Untersuchung wegen Urheberrechtsverletzung zu gewähren. Nun fordern diese Organisationen weiteren Zugang zu potenziell Millionen gelöschter Chats. Richter Sidney Stein wies die Einwände von OpenAI gegen eine frühere Anordnung von Richterin Ona Wang zurück, die festgestellt hatte, dass die Datenschutzinteressen der ChatGPT-Nutzer angemessen gegen die Notwendigkeit der Protokolle in dem Rechtsstreit abgewogen wurden.
OpenAI hatte einen alternativen Ansatz vorgeschlagen, bei dem Suchbegriffe verwendet werden sollten, um potenziell rechtsverletzende Ausgaben innerhalb der Protokolle zu identifizieren, wodurch Nachrichtenklägern nur Zugang zu relevanten Chats gewährt würde. Das Unternehmen argumentierte, dass dies die Privatsphäre der Nutzer weniger belasten würde. Richter Stein bestätigte jedoch die Einschätzung von Richterin Wang, dass die Privatsphäre der Nutzer in der ursprünglichen Anordnung ausreichend geschützt sei, die Maßnahmen zum Schutz der Identität der ChatGPT-Nutzer enthielt. Die Einzelheiten dieser Maßnahmen wurden in den verfügbaren Dokumenten nicht aufgeführt.
Der Kern der Angelegenheit dreht sich um die Verwendung von urheberrechtlich geschütztem Material zum Trainieren großer Sprachmodelle (LLMs) wie ChatGPT. Diese Modelle lernen, indem sie riesige Mengen an Textdaten verarbeiten, darunter Bücher, Artikel und andere urheberrechtlich geschützte Werke. Nachrichtenorganisationen argumentieren, dass die Ausgabe von ChatGPT manchmal direkt ihren urheberrechtlich geschützten Inhalt repliziert oder eng paraphrasiert und somit ihr geistiges Eigentum verletzt. Dieser Rechtsstreit verdeutlicht die komplexe Überschneidung von KI, Urheberrechtsgesetzen und dem Schutz der Privatsphäre der Nutzer.
Die Nachrichtenorganisationen drängen nun auf Sanktionen gegen OpenAI und fordern die Wiederherstellung und Weitergabe gelöschter Chats, von denen sie glauben, dass sie weitere Beweise für Urheberrechtsverletzungen enthalten könnten. Es wurde zuvor angenommen, dass diese gelöschten Chats unzugänglich sind und außerhalb des Geltungsbereichs des Rechtsstreits liegen. Die Kläger argumentieren, dass der Zugang zu diesen Daten entscheidend ist, um das Ausmaß, in dem ChatGPT auf urheberrechtlich geschütztes Material zurückgreift, vollständig zu verstehen.
Der Fall wirft umfassendere Fragen nach den ethischen und rechtlichen Verantwortlichkeiten von KI-Entwicklern auf. LLMs werden mit riesigen Datensätzen trainiert, die aus dem Internet gescrapt werden, oft ohne ausdrückliche Genehmigung der Urheberrechtsinhaber. Diese Praxis hat zu zahlreichen Klagen und Forderungen nach mehr Transparenz bei KI-Trainingsdaten geführt. Der Ausgang dieses Falls könnte einen Präzedenzfall für zukünftige Urheberrechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit KI-generierten Inhalten schaffen.
Die nächsten Schritte in dem Rechtsstreit sind unklar, aber OpenAI ist nun gezwungen, die 20 Millionen ChatGPT-Protokolle vorzulegen. Die Nachrichtenorganisationen werden diese Daten dann analysieren, um Fälle potenzieller Urheberrechtsverletzungen zu identifizieren. Es wird erwartet, dass der Rechtsstreit weitergeht, da beide Seiten mit den komplexen rechtlichen und technischen Fragen ringen, um die es geht. Der Fall ist weiterhin beim U.S. District Court anhängig.
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